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	<title>Natürlich glauben</title>
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	<description>allein aus Liebe</description>
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		<title>Älter werden</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 14:12:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christsein]]></category>
		<category><![CDATA[Jesaja]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zu Jesaja 46,4
Ums Älterwerden soll es heute gehen. Ein sensibles, persönliches Thema. Da braucht es erstmal eine kleine Sekunde der Entspannung. Beginnen wir also mit einem Witz:
Drei Freunde treffen sich zum 50. Geburtstag. Wohin sollen wir gehen? Ach, in den Goldenen Löwen nach Hermannsburg. Da sind so hübsche Bedienungen. Ja, machen wir.
10 Jahre später. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Predigt zu Jesaja 46,4</strong></p>
<p>Ums Älterwerden soll es heute gehen. Ein sensibles, persönliches Thema. Da braucht es erstmal eine kleine Sekunde der Entspannung. Beginnen wir also mit einem Witz:</p>
<p>Drei Freunde treffen sich zum 50. Geburtstag. Wohin sollen wir gehen? Ach, in den Goldenen Löwen nach Hermannsburg. Da sind so hübsche Bedienungen. Ja, machen wir.<br />
10 Jahre später. 60. Geburtstag. Wieder dieselbe Frage: Wohin sollen wir gehen? Ach, in den Goldenen Löwen. Da ist das Essen so gut. 10 Jahre später. 70. Geburtstag. Wieder. Ach, in den Goldenen Löwen, da ist es ebenerdig und das Essen ist lecker. 10 Jahre später. 80. Geburtstag. Wieder. Ach, Goldener Löwe, da waren wir noch nie.</p>
<p>Mit dem Älterwerden ist das so eine Sache.<br />
Dem einen fällt es leicht, auch körperlich. Dem anderen bleibt das Lachen im Halse stecken, weil das Alter mit allen Begleiterscheinungen, ihn oder einen lieben Angehörigen gerade schleichend oder heftig trifft.</p>
<p>Um das Jahr 1900 herum, also vor 112 Jahren, hätte ich die Lebenserwartung für Männer schon erfüllt. Die lag nämlich bei 40 Jahren damals.<br />
Da hat „man“ (ich sag das extra so allgemein) es doch mit 70 oder 80 Jahren heute richtig gut. Oder nicht? Ich meine, verglichen mit den Generationen vor uns… Und viele können heute auch im Alter von 70 oder 80 Jahren noch sagen: Alt bin ich noch lange nicht. Was soll ich beim Seniorenkaffee?<br />
Und dass heute so viele ein hohes Alter erreichen, das ist doch zunächst einmal etwas, wofür wir wirklich und ehrlich dankbar und glücklich sein können, oder? </p>
<p>Wie stellen Sie es sich vor, älter zu werden?<br />
Ich bin zwar mehr 40 als 30 Jahre alt. Aber ich weiß natürlich nur aus zweiter Hand, wie es ist, wenn man „alt“ ist. Wie das Alter ist, weiß man erst, wenn man alt ist. </p>
<p>Bis dahin hört man viel. Liest man einiges. Sieht auch manches bei anderen. Aber in deren Schuhen gehen wir nicht. Älterwerden und alt sein ist ganz persönlich und bei jedem anders. Und wann ist man eigentlich alt?<br />
Früher war das klar und deutlich zu sehen. So erinnere ich es zumindest aus meiner Kindheit. Die Alten bei uns im Dorf gingen zum Seniorensport und zum Seniorenkaffee und zur Seniorenadventsfeier. Und außerdem hatten die meisten ein Gebiss und einen krummen Rücken. Tiefe Furchen zeichneten ihr Gesicht. Manche Witwen trugen jeden Tag schwarz. Für uns Kinder war klar: diese Personen sind alt. Senioren. Omas und Opas. </p>
<p>Heute altert man anders.<br />
Heute wissen wir nicht einmal, wie wir die „Alten“ denn benennen sollen. Wer will heute schon ein Senior sein? Heute ist man mit 70 noch fit. Zumindest noch lange nicht alt. Heute nennt man sie die „neuen Alten“ oder die “Silveragers“ (die Silberälteren), die Generation Gold oder Generation plus oder kurz „Ü-60“.<br />
Bunte Begriffe für eine noch immer – Gott sei Dank – meistens bunte Lebensphase. Begriffe, die zumindest eines nicht benennen wollen: die Belastungen und Beschwernisse des Älterwerdens. Die werden gekonnt verdrängt, weil ein langes Leben die Regel geworden ist. Der Tod tritt nicht mehr in allen Lebensphasen (gleich häufig) auf. Das Leben ist planbar und gestaltbar geworden. Mit 70 Lebensjahren kann heute jeder rechnen. Und das ist doch ein großes Geschenk und zumindest statistisch betrachtet immer mehr bekommen es.</p>
<p>Damit ist das Alter und das Altsein noch immer nichts, was wir verniedlichen sollten, aber doch etwas, was wir zunehmend entspannt betrachten und auf uns zukommen lassen dürfen.<br />
Auch mit 70 oder 80 kann man heute so fit sein.<br />
Und nicht nur Joachim Gauck fordert eine längere Lebensarbeitszeit. „Ich wünsche mir, dass jene, die wollen, länger im Beruf bleiben.“ (Welt 4.5.2012). Und er sagte dies kürzlich ausgerechnet auf dem Deutschen Seniorentag in Hamburg. Also keine Ermahnung an junge Studenten, sondern quasi als Geschenk und Wertschätzung der anwesenden Rentner! „Ihr könnt noch und wollt noch und ich trete für Euch ein!“ Und er selbst macht es vor.</p>
<p>Ja, im Alter noch mal Durchstarten, noch mal von vorne anfangen, aber mit der bereits gewonnenen Lebenserfahrung im Gepäck. Das wäre doch was! Heutzutage ist es immer mehr und immer öfters möglich. Die zweite Lebenshälfte ist immer weniger nur noch der Lebensabend, sondern immer mehr „das zweite Leben nach dem Job“.<br />
Frei nach dem Motto: „Ich bin alt, mein Haar ist grau, doch dafür bin ich ziemlich schlau.“<br />
Älterwerden – das bedeutet heute nicht nur Abbau, sondern das bedeutet auch die Möglichkeit, sich mit seinen Gaben, und Begabungen, seinen Erfahrungen und Potenzialen einzubringen. Und zwar ohne diesen Druck, sich oder anderen etwas beweisen zu müssen.<br />
Im Gegenteil: jetzt kann man endlich seine ganze erworbene Reife ausspielen. Nichts mehr müssen, aber immer noch können und dürfen. Frei mit Paulus („Hohelied der Liebe“, 1. Kor. 13,11) gesprochen:<br />
„Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt.“</p>
<p>Jetzt kenn ich mich aus und bin darum ganz entspannt. Ich weiß, wie das Leben funktioniert, was mit mir geht und noch geht. Was für mich gut und was nicht.<br />
Und Paulus schließt dann seinen Gedanken sinngemäß mit den Worten: „Ich weiß ich bin von Gott erkannt.“<br />
Großartig!<br />
Paulus hat sich im Laufe der Jahre seines Lebens an Reife gewonnen, weil er gelernt und erfahren hat, dass Gott ihn kennt. Und weil Gott ihn kennt, darum kann er sich selbst erkennen, anschauen und realistisch einschätzen. Und das ist doch Reife: sich realistisch einschätzen. Was kann ich? Was kann ich nicht? Was kann ich noch? Was kann ich nicht mehr? Wo und wie brauche ich Hilfe?<br />
Ich habe mal einen älteren Mann getroffen, so Mitte-Ende 60, der trug sein Hörgerät mit einem gewissen Stolz, zumindest mit weiser Überzeugung. Darauf angesprochen fragte er mich: Womit wirke ich älter? Mit einem Hörgerät oder wenn ich nicht alles verstehe, was man mir sagt?<br />
Da hat er Recht, hab ich mir gedacht. Das ist die richtige Einstellung. Das ist wirklich weise. Oder nicht? Davon will ich was lernen, auch für andere Lebensbereiche. Womit wirke ich älter, mit einem Rollator oder wenn mein Bewegungsraum immer kleiner wird?</p>
<p>Reife bedeutet auch im Verlauf des Lebens Schätze sammeln, von denen wir im Alter zehren können.<br />
„Wenn du in der Jugend nicht sammelst, wie kannst du im Alter etwas finden?“ (Sirach 25,5)<br />
Was packen Sie in ihren Rucksack des Lebens?<br />
Das gilt nicht nur im Hinblick auf unsere finanzielle Altersvorsorge, es gilt in jeder Beziehung. Großzügig sein, macht reich. Gelassen sein. Andere Menschen zu beschenken. Sich ein Beziehungsnetz aufbauen macht reich. Loslassen. Für die Vergangenheit dankbar sein, macht reich.<br />
Altersweisheit ist wie vieles andere auch eine Entscheidung zum Vertrauen auf Jesus Christus. „Auch im Alter will ich so handeln, wie du gehandelt hast, Jesus. Auch im Alter will ich mich von dir inspirieren und herausfordern lassen. Auch im Alter brauche ich deine Vergebung und deine Gnade und schöpfe daraus für mich und meine Mitmenschen ebenso Gnade und Liebe. Gerade im Alter lege ich mich in deine Hände.“<br />
Und Altersweisheit ist (darum auch), sich den Humor und das Lachen bewahren.</p>
<p>Aber es ist natürlich nicht immer leicht. Manchmal, vor allem im fortgeschrittenen Alter, sieht es dann eher so aus, wie Jesus es zu Petrus gesagt hat: „Als du jung warst, hast du deinen Gürtel selbst umgebunden und bist gegangen, wohin du wolltest; aber wenn du einmal alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich binden und dich dorthin bringen, wohin du nicht willst.« (Joh 21,18)<br />
Ist es so? Es gibt ja nicht nur die „neuen Alten“. Zumindest sind auch die irgendwann „richtig alt“. Und was gilt dann?</p>
<p>Ein älteres Ehepaar wacht morgens auf. Sie haben einen großen Tag vor sich, ihre Goldene Hochzeit. So liegen sie noch ein wenig, denken zurück und entspannen sich vor dem Trubel des Tages. Da meint sie: „Mann, das ist aber bei uns nicht mehr wie früher!“<br />
„Ja, was denn“, fragt er etwas verwirrt.<br />
„Früher, wenn wir zusammen aufgewacht sind, hast du meine Hand genommen und sie fest gedrückt.“ „Aber, das mach ich doch gern!“ Und er nimmt ihre Hand und drückt sie fest und das tut so gut.<br />
Nach einer Weile sagt sie wieder: „Mann, das ist aber bei uns nicht mehr wie früher!“<br />
„Ja, was denn?“, fragt er wieder etwas mehr verwirrt.<br />
„Früher, wenn wir zusammen aufgewacht sind, dann hast du meine Hand genommen, sie fest gedrückt. Und dann hast du ganz zart meinen Arm gestreichelt.“<br />
„Aber, das mach ich doch gerne.“ Und er streichelt ganz zart ihren Arm. Und das tut so gut.<br />
Nach einer Weile sagt sie wieder: „Mann, das ist aber bei uns nicht mehr so wie früher!“<br />
„Ja, was denn?“, fragt er wieder sehr verwirrt.<br />
„Früher, wenn wir zusammen aufgewacht sind, dann hast du meine Hand fest gedrückt und meinen Arm zart gestreichelt und dann, weißt du noch, hast du vorsichtig an meinem Ohrläppchen geknabbert.“<br />
Da reißt er die Decke weg, springt aus dem Bett und rennt zur Tür.<br />
„Mann, bleib hier, ich wollte dich nicht kränken, ich hab es nicht so gemeint!“<br />
„Nein“, sagt er, „ist schon gut, ich hol nur schnell meine Zähne!“</p>
<p>Das Alter kommt auf seine Weise. Mal sind es die Zähne. Mal der Rücken. Mal eine Krankheit. Mal ein dauerndes Leiden. Mal nichts von alledem, sondern Kraft und Tatenlust und jugendliche Unruhe. Was auch immer es ist Gott spricht: „Ich habe euch getragen, seit es euch gibt; ihr seid mir aufgeladen, seit ihr aus dem Mutterleib kamt. Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch künftig tun. Ich bin es, der euch trägt und schleppt und rettet!“ (Jes 46,3-4)<br />
Ich vertraue darauf, dass dieses Wort Gottes gilt. In den leichten Tagen des Alters. Und auch, erst Recht in den schweren Tagen des Altseins. Ich habe eine Oma, die wird nächstes Jahr 90 Jahre alt. Wenn sie es denn erlebt. Und ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, ob ich ihr das wünschen soll, diesen Geburtstag zu erleben. Meine Oma weiß nicht, dass sie nächstes Jahr 90 werden könnte. Sie weiß nämlich gar nichts mehr. Meine Oma ist schon seit Jahren in schwerer Demenz, in einer anderen Welt gefangen. Sie erkennt niemanden mehr. Sie kann nicht mehr sprechen. Sie ist vollständig auf Pflege angewiesen.<br />
Alt werden wollen viele, so sagt ein Sprichwort, alt sein, nur wenige.<br />
Da ist was dran.<br />
Wir haben weder das Alter noch die Gesundheit in der Hand. Wir können uns aber in die Hände Gottes legen. Auch wenn das Alter nicht so gesund ist, wie gewünscht und erhofft.</p>
<p>Ich vertraue auf das, was Gott bei Jesaja sagt. Ich vertraue darauf, dass auch wenn meine Oma niemanden mehr erkennt, sie dennoch von Gott erkannt ist (und alle anderen, denen es ähnlich geht). Ich vertraue darauf, dass auch wenn sie nichts mehr bewusst wahrnimmt, Gott trotzdem zu ihr durchdringt. Ich vertraue darauf, dass auch wenn ich mich frage, wie lange dieses „dahinvegetieren“ noch andauern soll, Gott trotzdem einen Sinn entdeckt. Ich vertraue darauf, dass Gott sie hält, auch wenn sie sich selbst nichts mehr halten kann. Ich vertraue darauf, dass auch wenn die Worte ihrer Familie nicht mehr zu ihr durchdringen, Gott dennoch Wege und Möglichkeiten kennt, ihr Herz zu berühren. Ich vertraue darauf. Machen Sie mit?</p>
<p>Unser Gott, der uns das ganze Leben getragen hat, wird nicht müde, uns bis zu unserem Ende weiter zu tragen, zu heben und festzuhalten. Er weiß wie es uns geht. Er hat uns längst durchschaut und erkannt. Und das ist gut so. Gut für uns. Denn genau diese Zusage der Liebe und diese Zusage, dass seine Augen über uns wachen, diese Zusagen sind es, die uns die nötige Reife geben wollen, damit wir selbst gelassen aber bewusst, gehalten aber frei, beschützt aber mutig, uns den Fragen und Herausforderungen stellen können, die das Alter so mit sich bringen. Den guten, wie den schweren Herausforderungen. </p>
<p>Darauf vertraue ich.<br />
Und in diesem Vertrauen will ich selbst gerne alt und – wenn Gott will &#8211; weise werden.<br />
Amen.</p>
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		<title>Aus Problemen werden Chancen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 05:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Korintherbrief]]></category>
		<category><![CDATA[1. Samuel]]></category>
		<category><![CDATA[Markusevangelium]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt an Ostersonntag zu 1. Sam 2,1-2.6-8a
Hochrangige Führungskräfte aus Wirtschaft und Industrie kommen in einem großen Hotel zu einem Seminar über positives Denken zusammen. Das Motto der Tagung steht in großen Buchstaben über der Rezeption: „Es gibt keine Probleme – nur Chancen!“
Ein Manager kommt nach dem Einchecken an die Rezeption zurück und meint: „Entschuldigen Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Predigt an Ostersonntag zu 1. Sam 2,1-2.6-8a</p>
<p>Hochrangige Führungskräfte aus Wirtschaft und Industrie kommen in einem großen Hotel zu einem Seminar über positives Denken zusammen. Das Motto der Tagung steht in großen Buchstaben über der Rezeption: „Es gibt keine Probleme – nur Chancen!“<br />
Ein Manager kommt nach dem Einchecken an die Rezeption zurück und meint: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe eine Problem.“ Der Empfangschef antwortet ganz freundlich: „Wir kennen keine Probleme, nur Chancen.“ Darauf der Manager: „Nennen Sie es, wie Sie wollen, in dem mir eben zugeteilten Zimmer wohnt schon eine Dame!“</p>
<p>Ist das jetzt ein Problem oder eine Chance?</p>
<p>Manches kann man schwer entscheiden.<br />
Hanna, von der ich ihnen heute erzählen möchte, hatte auf jeden Fall ein Problem. Sie bekam keine Kinder. Und das war in der Zeit, in der sie lebte, ein großer Makel. Nicht nur dass sie sich selbst schlecht fühlte. Häufig wurde sie deswegen auch noch geärgert und gehänselt. Hanna litt sehr. Sie hatte nicht viel Selbstbewusstsein, fühlte sich nicht als vollwertige Frau und auch dass ihr Mann zu ihr hielt, tröstete sie nur etwas. Eines Tages ging sie zum Tempel und betete still zu Gott und schüttete ihm ihr Herz aus.<br />
Der Priester, der da auch dort war, sah sie reden, hörte aber keine Worte und hielt sie darum für betrunken. Eine Frau, die wohl nicht mehr ganz bei Sinnen war. Gerade wollte er sie aus dem Tempel scheuchen, da erklärte sich Hanna und erzählte ihm alles. Der Priester sprach zu ihr: Geh in Frieden, der Gott Israels wird deine Bitte erfüllen. </p>
<p>Naja, wird sie sich gedacht haben. Der hat gut reden. Aber tatsächlich wenig später wurde sie schwanger und bekam ihren ersten Sohn. Er sollte Samuel heißen. </p>
<p>Und dann beginnt Hanna zu singen, wie man nur singen kann, wenn einem ein Wunder passiert ist:<br />
<em>Hanna betete: »Mein Herz jubelt über den Herrn, er hat mich wieder aufgerichtet und mich gestärkt! Jetzt kann ich über meine Feinde lachen. Ich bin voller Freude, weil er mir geholfen hat. Der Herr allein ist heilig; es gibt keinen Gott außer ihm. Auf nichts ist so felsenfest Verlass wie auf ihn, unseren Gott….“ </em>(1. Sam 2)</p>
<p>Hanna ist eine Frau aus dem Alten Testament und ihre Geschichte ist gar keine Ostergeschichte. Da steht nichts von Jesus drin. Nichts vom leeren Grab. Nichts von verängstigten Frauen und Männern, die nicht genau wissen, wie sie das verstehen sollen, wenn der Engel im weißen Gewand ihnen sagt: Was sucht Jesus bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden!</p>
<p>Doch vielleicht ist uns gerade deswegen diese Geschichte von Hanna so viel näher als vieles, was wir von der Auferstehung aus dem Neuen Testament hören. Keiner von uns hat es bisher erlebt, dass Tote wieder auferstanden ist. Eigentlich gilt immer noch: tot ist tot. Da helfen keine Pillen. </p>
<p>Aber viele von uns haben schon Dinge erlebt, wie die Hanna. Jede zweite Schwangerschaft endet auf natürlichem Wege vorzeitig. Der Embryo wird abgestoßen. Nur 50% kommen durch, bis zur Geburt. Viele von uns kennen den Verlust. Viele kennen den Schmerz des Abschieds, den Frust und die Angst, es überhaupt noch einmal zu versuchen. Wir kennen das alles nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch sonst im Leben. Im Beruf. In der Schule. Jeden Tag. In der Jugend und im Alter. Wir kennen dieses Gefühl, diese Ahnung, dass alles doch eigentlich gar keinen Zweck hat und jeder weitere Versuch sinnlos, weil erfolglos ist. Wir kennen das Gefühl der Überforderung, wenn wir feststellen, dass wir uns gerade etwas zu viel vorgenommen haben und die Termine und Aufgaben uns erdrücken. Wir kennen das, wenn wir den Anforderungen und Ansprüchen nicht mehr nachkommen können. Wenn die Last der Welt uns zu schaffen macht. </p>
<p>Morgens klopft ein Vater an die Tür seines Sohnes und ruft: „Erich, steh bitte auf. Es ist höchste Zeit für die Schule!“ Aber Erich dreht sich im Bett noch einmal herum und ruft zurück: „Ich will nicht aufstehen, Papa!“ Der Vater klopft fester und ruft lauter: „Steh jetzt endlich auf, du musst dich in die Schule!“ – „Ich will nicht in die Schule gehen!“ – „Warum denn nicht?“ – „Aus drei Gründen“, ruft Erich. „Erstens ist es so langweilig, zweitens ärgern mich die Kinder und drittens kann ich die Schule nicht mehr ausstehen!“<br />
„Dann will ich dir auch mal drei Gründe nennen, aus denen du unbedingt zur Schule gehen musst“, antwortet der Vater. „Erstens ist es dein Beruf, zweitens bist du 45 Jahre alt und drittens bist du der Klassenlehrer!“</p>
<p>Hanna hat viel geweint in ihrem Leben. Sie hat über die fehlenden Kinder geweint, die sie nicht zur Welt bringen konnte. Sie hat darüber geweint, dass sie von der damaligen Gesellschaft gehänselt wurde. Sie hat geweint, dass ihr wieder und wieder die Würde genommen wurde und man ihren Namen in den Schmutz getreten hatte. </p>
<p>Doch als ihr Gebet erhört wurde, da lacht sie. Sie jubelt und freut sich. Die Bedeutung ihres Namens hat ihr Recht gegeben: Hanna, die von Gott Begnadete. Sie hat ihr lang ersehntes Kind geboren. Ihre Bitten sind von Gott erhört worden. Deshalb nennt sie ihn „Samuel“ – das heißt, „von Gott erhört“.<br />
Hannas persönlicher Karfreitag wurde in einen hellen Ostermorgen verwandelt.<br />
Darum ist die Geschichte der Hanna eine Auferstehungs-Geschichte.<br />
<em>„Mein Herz jubelt über den Herrn, er hat mich wieder aufgerichtet und mich gestärkt! Jetzt kann ich über meine Feinde lachen. Ich bin voller Freude, weil er mir geholfen hat.“</em></p>
<p>Wenn Unterdrückte frei werden, dann ist Ostern. Wenn Mutlose neue Hoffnung bekommen, dann ist Ostern. Wenn die Übersehenen aus dem Staube gehoben werden, dann geschieht Auferstehung. Wenn Arme aus der Asche gezogen und auf den Ehren-Thron gesetzt werden, dann ist Ostern. Wenn Schuldigen die Schuld vergeben wird. Wenn Verfolgte sich nicht mehr aus Angst umschauen müssen. Wenn Gefangene frei werden und Abhängige von ihrer Sucht loskommen. Wenn Lügner die Wahrheit sagen und sich Alpträume in Träume wandeln. Wenn Ohnmächtige neue Kraft und Perspektive bekommen und Traurigen ein Lächeln im Gesicht steht. Wenn man morgens wieder aufstehen mag, um die Aufgaben zu erledigen. Dann ist Ostern.</p>
<p>Weil Gott sich nicht mit dem Tod abgefunden hat, brauchen wir auch nicht bei den Problemen stehen bleiben. Weil für ihn mit dem Tod eben nicht alles aus war, gibt es auch für uns ein Morgen. Darum können wir immer wieder aufstehen und unseren Berufen und Aufgaben nachgehen.<br />
Wir haben in den Lesungen die beiden wichtigsten Bibeltexte zu Ostern schon gehört (Mk 16 und 1. Kor 15). Gute, vertrauenswürdige Zeugnisse. Berichte von Zeitzeugen, die ehrlich uns weitergeben, was sie selbst erlebt oder gehört haben. Unsere Hoffnung, unser Glaube hat einen guten Grund.<br />
Ich weiß nicht, wie ich mir das vorzustellen habe, diese Auferstehung. Da stehe ich genauso verwirrt davor, wie die ersten Frauen am Grab, die Jesus noch einmal einbalsamieren wollten. Aber ich nehme das Angebot wahr, was Gott mir mit der Auferstehung macht. Ich nehme es an und sage Ja zum Leben, wie auch Gott Ja zu mir sagt.<br />
Ich sage Ja zu den Chancen, die immer in allen Problemen mit drinstecken. Ich will das Gute sehen, den neuen Anfang, die neuen Möglichkeiten und die neuen Wege. Ich möchte nicht stehen bleiben und stecken bleiben. So, wie Jesus aus dem Grab geschritten ist, so schreite auch ich aus den Sorgen und Problemen heraus und umarme den neuen Tag mit seinen neuen Möglichkeiten.<br />
„Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ (EG 115)</p>
<p>&#8220;Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln&#8221;, das hat der Theologe Dietrich Bonhoeffer in dunklen Zeiten gesagt. Ein steiles Wort. </p>
<p>Die Bibel erzählt von Menschen wie Abraham und Mose, von der schon erwähnten Hanna und Maria, der Mutter Jesu, von König David, von Paulus, der einmal Saulus war und damals viel Unheil angerichtet hat. Die Bibel erzählt von Menschen, wie du und ich. Nein, eigentlich erzählt sie von Menschen, die schlechter sind als du und ich. Und schlechter dran waren sie auch oft. Und dennoch, haben sie nicht aufgegeben. Dennoch wurden sie nicht aufgegeben. Dennoch hatten sie den Mut, aus der Sklaverei auszubrechen. Gegen Goliath in den Kampf zu ziehen. Bei aller Schuld die Vergebung anzunehmen und neu anzufangen.<br />
Wo Türen verschlossen schienen, hat Gott neue Wege gebahnt und Lösungen aufgezeigt.</p>
<p>Die Bibel erzählt von Menschen, die deswegen mutig und voller Hoffnung waren, weil sie auf Gott vertraut haben, weil Gott in ihr Leben hineingesprochen hatte. Weil Gott sie nicht losließ, sondern ihnen zusprach: Ich bin mit dir, wo du auch hingehst. Und selbst wenn du über die letzte Schranke gehst, den Tod, bin ich noch mit dir und halte dich und bewahre dich bei mir. Vertrau mir. Ich habe in Jesus den Tod besiegt und darum nehme ich dich mit rüber und schenke dir den Himmel. </p>
<p>Gott hat aus den Problemen seiner Menschen Chancen gemacht. Darum ist Jesus vom Tod auferstanden.<br />
Gehen wir doch mit ihm mit. </p>
<p>Amen.</p>
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		<title>Die Zeichen erkennen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 12:54:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[4. Mose]]></category>
		<category><![CDATA[Christsein]]></category>
		<category><![CDATA[Johannesevangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Matthäusevangelium]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir leben in einer Welt voller Zeichen und Symbole. Und es ist wichtig, Zeichen richtig zu deuten. In der Musik zum Beispiel. Blätter voller Zeichen, Notenblätter. Schön, wenn man weiß, was sie bedeuten. Schön, für die Ohren.
Oder im Straßenverkehr. Wir sind überall von Zeichen umgeben.
Das ist hilfreich. Aber an manchen Stellen schon fast übertrieben viel: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in einer Welt voller Zeichen und Symbole. Und es ist wichtig, Zeichen richtig zu deuten. In der Musik zum Beispiel. Blätter voller Zeichen, Notenblätter. Schön, wenn man weiß, was sie bedeuten. Schön, für die Ohren.<br />
Oder im Straßenverkehr. Wir sind überall von Zeichen umgeben.<br />
Das ist hilfreich. Aber an manchen Stellen schon fast übertrieben viel: man spricht vom Schilderwald in unseren Verkehrsräumen.<br />
Der ADAC schätzt, dass mindestens ein Drittel der Verkehrsschilder überflüssig ist. Und es bestehe eben die Gefahr, dass der Verkehrsteilnehmer, Auto oder Fahrradfahrer, durch die Fülle der Schilder mehr verwirrt als hilfreich gelenkt werde.</p>
<p>Umso mehr müssen wir gut aufpassen, was wir sehen und erkennen.</p>
<p>Es waren einmal zwei Brüder. Die glichen sich äusserlich wie ein Ei dem anderen, waren aber ansonsten grundverschieden. Der auffälligste Unterschied bestand darin, dass der eine zu jeder Stunde optimistisch und zuversichtlich war, und der andere immer schlecht gelaunt, miesepetrig und pessimistisch.</p>
<p>Am Geburtstag der beiden wagte der Vater der Zwillinge ein Experiment.<br />
Er wartete, bis seine Söhne eingeschlafen waren. Nur um zu sehen, was passiert,<br />
packte er das Zimmer des Pessimisten bis unter die Decke voll mit den schönsten Geschenken &#8211; mit Büchern, Spielzeug, Software und, und, und!</p>
<p>Dem Optimisten aber legte er nur einen stinkenden Pferdeapfel vor das Bett. Sonst nichts.<br />
Am nächsten Morgen schaute der Vater zuerst ins Zimmer des Pessimisten.<br />
Er fand ihn jammernd auf dem Boden sitzend, inmitten der ganzen wundervollen Geschenke.</p>
<p>Der Pessimist schluchzte: &#8220;Ich bin so unglücklich.<br />
Erstens: weil meine Freunde neidisch sein werden;<br />
zweitens: weil ich die ganzen Gebrauchsanleitungen lesen muss;<br />
drittens: weil ich für die meisten dieser Spielsachen ständig neue Batterien brauchen werde;<br />
und viertens: weil vieles davon kaputtgehen wird!&#8221;</p>
<p>Als der Vater dann das Zimmer des Optimisten betrat,<br />
hüpfte dieser vor Freude in grossen Sprüngen um den Pferdeapfel herum.</p>
<p>&#8220;Warum bist du so fröhlich&#8221;, fragte der Vater.<br />
&#8220;Ganz einfach&#8221;, antwortete sein optimistischer Sohn, &#8220;irgendwo im Haus muss ein Pony sein!&#8221;</p>
<p>Zeichen richtig zu deuten, ist also eine Frage der Sichtweise.<br />
Wobei manche nicht immer ganz klar sind.<br />
Oder wissen Sie, was dass für ein Zeichen ist (auf Antependium hinweisen: Kreuz mit umwindender Schlange)<br />
Der „Äskulapstab“ – eine Schlange, die sich um einen Stock (oder hier ein kopfloses Kreuz) herumwindet. Ein Zeichen eigentlich für Ärzte und Apotheker. Aber warum in einer Kirche und warum soll ausgerechnet das ein Zeichen für Ärzte und Apotheker sein, für Heilberufe? Schlangen sind doch gefährliche Tiere. Die können ihre Opfer erwürgen oder mit Gift töten.<br />
Irgendwie passt das nicht zusammen.<br />
Als Mose mit seinem Volk Israel aus Ägypten geflüchtet war, waren sie alle in der Wüste und irgendwann reichte es ihnen allen. Das Volk war sauer auf Gott und sauer auf Mose und sie beschimpften ihn, dass er sie überhaupt aus Ägypten herausgeführt hatte. Sie hatten das Wandern satt und sahen nicht, wann sie endlich am Ziel ankommen sollten. Da tauchten plötzlich Schlangen auf und bissen viele Israeliten. Viele starben. Und die Israeliten baten Mose: Bitte bete doch zu Gott, dass er uns hilft und die Schlangen wegnimmt. Und Mose tat das und Gott antwortete ihn: &#8220;Mach dir eine bronzene Giftschlange, und befestige sie am Ende einer Stange. Dann sag den Israeliten: Jeder, der gebissen wird und sie ansieht, bleibt am Leben.&#8221; Mose fertigte eine Schlange aus Bronze an und befestigte sie an einer Stange. Nun musste niemand mehr durch das Gift der Schlangen sterben. Wer gebissen wurde, brauchte nur auf die bronzene Schlange zu sehen und war gerettet.  (4. Mose 21,4-9)</p>
<p>Jetzt ist klar, warum die Schlange am Stab ein Zeichen für Gesundheit ist und warum sich dieses Zeichen hier in der Kirche befindet.</p>
<p>Manchmal ist es gut, den Hintergrund zu kennen, um ein Zeichen richtig zu verstehen. Um statt pessimistischer Sicht (Das ist ein Schlangenverkäufer) zu erkennen, dass man dort Medizin bekommen kann. Hilfe gegen die Beschwerden!</p>
<p>Interessanter weise ist diese Geschichte aus 4. Ms auch ein Vorbild geworden für das Kreuz.<br />
„So wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“, sagt Jesus (Joh 3,14) und er spricht von seiner eigenen Kreuzigung. Wie die Schlange, wird auch er sich an einem Pfahl winden.</p>
<p>Ja, das Kreuz. Auch so ein missverständliches Zeichen.<br />
Lange haben sich auch Christen davor gescheut, es zum Zeichen ihres Glaubens zu nehmen.<br />
Erst 321 war das dann allgemein anerkannt und gebräuchlich.<br />
Kann man ja auch verstehen. Oder würden Sie sich einen elektrischen Stuhl um den Hals hängen? Oder den Strick des Henkers? Oder einen kleinen goldenen Revolver?<br />
Sähe schon komisch aus. Ja, wäre vollkommen makaber und absurd.</p>
<p>So hat es gedauert, bis die Christen sich mit diesem Zeichen, dem Kreuz, wohlfühlten und merken: Das ist ein Trostzeichen. Ein Hilfezeichen. Ein „rotes Kreuz“ im Besten Sinne. Ein Zeichen, dass mir die Nähe und Liebe und Gnade Gottes vor Augen führt. In diesem Zeichen erkenne ich meinen Retter und meine Rettung. In diesem Zeichen erkenne ich jemanden, der mich bedingungslos und ohne Unterlass liebt. Ich sehe jemanden, bei dem ich mich bergen kann und Hilfe bekomme. Neue Hoffnung, die auch in den dunklen Stunden am Horizont aufleuchtet. Die Kraft gibt, wenn man kraftlos ist. Die Mut und Antrieb zum Neuanfang freisetzt, wenn man gerade alles so richtig vermasselt hat. </p>
<p>So haben seitdem viele Menschen ihren Glauben bisher bekannt. Im Zeichen des Kreuzes.<br />
Denn das Kreuz rechnet zusammen. Wie ein Pluszeichen: Gott und Mensch.<br />
Jesus sagt: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20)</p>
<p>Schön, wenn man das für sich erkannt hat. Schön für das Leben.</p>
<p>Amen.</p>
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		<title>Freiheit</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 09:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Donnerwetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo nicht Freiheit draufsteht, ist nicht Gott drin.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo nicht Freiheit draufsteht, ist nicht Gott drin.</p>
<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.betentutgut.de%2Fwordpress%2F%3Fp%3D537&amp;title=Freiheit" id="wpa2a_8"><img src="http://www.betentutgut.de/wordpress/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wo du bist, da blühe</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 10:45:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Petrusbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[Christsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zu 1. Petr 1,18-21
Blüh wie das Veilchen im Moose.
Bescheiden, sittsam und rein.
Und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.
Kennen Sie diesen Vers? So habe ich es mal in einem Poesiealbum gelesen. Ein weises Wort. Ein gut gemeinter Rat für das Leben. Lebe so, dann wirst du gut zurechtkommen.
Zum 300. Geburtstag des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Predigt zu 1. Petr 1,18-21</strong></p>
<p>Blüh wie das Veilchen im Moose.<br />
Bescheiden, sittsam und rein.<br />
Und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.</p>
<p>Kennen Sie diesen Vers? So habe ich es mal in einem Poesiealbum gelesen. Ein weises Wort. Ein gut gemeinter Rat für das Leben. Lebe so, dann wirst du gut zurechtkommen.<br />
Zum 300. Geburtstag des Alten Fritz, Friedrich II. von Preußen, darf ich das vielleicht schnell so zusammenfassen: folge den „preußischen Tugenden“: sei pünktlich, strebsam, diszipliniert. Sei aber nicht arrogant oder eingebildet, stelle dich nicht in den Mittelpunkt. Das bringt dir nur Probleme. Zumindest ist es nicht schön, denn das macht man nicht. </p>
<p>Ich muss dazu sagen, dass der Vers einer Frau ins Poesiealbum geschrieben worden ist.<br />
Und vielleicht hätte ein Vers für Männer auch ganz anders gelautet.<br />
Trotzdem stell ich Ihnen die Frage: Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken, von der grünen bis zur Diamantenen oder Eisernen Konfirmation, welche Blume würden Sie für sich selbst wählen? Welche passt zu Ihnen? Welche wäre ein Zeichen für Ihr Leben?<br />
Auch das Veilchen im Moose? Oder vielleicht eine Nelke? Oder eher die Mimose? Eine fette Henne, Narzisse, Tulpe oder Chrysantheme? Oder doch eine Rose?  </p>
<p>Es ist ja nichts Schlimmes an einer Rose. Immerhin ist sie die beliebteste Schnittblume in Deutschland. Fast 40% der verkauften Schnittblumen sind Rosen. Und wenn man vielleicht keinen Kaktus verschenkt, weil das falsch verstanden werden könnte, hat bei einer Rose niemand die Angst falsch verstanden zu werden.<br />
Und von wegen arrogant: gerade die besonders schönen und außergewöhnlichen Blumen haben immer wieder christliche Namen erhalten: Christrose, Christusblume, Passionsblume. </p>
<p>Der Gärtner führte den König in seinen Garten und zeigte ihm zwei Rosenstöcke. Zunächst waren sie kaum voneinander zu unterscheiden. Sah man jedoch genauer hin, dann erkannte man, dass der eine Stock keine Dornen hatte, während der andere voll davon war.<br />
„Diese Rosen ohne Dornen sind solche, wie wir Menschen sie züchten“, erklärte der Gärtner. „So wie wir Rosen ohne Dornen züchten, so möchten wir auch leben: ohne Schmerzen und Verletzungen, ohne Leid und Tränen. Aber das Leben ist anders. Es kann weh tun und Wunden schlagen. Nur der kann wirklich lachen, der auch gelernt hat zu weinen. Ebenso kann nur der wirklich lieben, der weiß, wie schmerzhaft Liebe sein kann.<br />
So wie in unserem Leben Lachen und Weinen, Lieben und Leiden zusammengehören, finden sich auch am Rosenstock Blüten und Dornen. Deshalb ist die Rose das Zeichen für Liebe, die Himmel und Erde miteinander verbindet.“</p>
<p>Die Rose. Im Poesiealbum ein Zeichen für Stolz und Hochnäsigkeit. Aber mit ihren Dornen in der Geschichte auch für Schmerzen und Leid. Und gleichzeitig für Liebe und Zuneigung, Lachen und Freude.</p>
<p>Eine Blume, so vielfältig wie das Leben.<br />
Vielleicht wäre es tatsächlich arrogant zu meinen, das Leben dürfte einem nur gute Tage schenken. Ohne Leid und Tränen, ohne Schmerzen und Verlust. So wie Rosen Dornen aber herrlichen Duft haben, so ist auch unser Leben von Höhen und Tiefen geprägt. Und wie wir nur wissen, was Tiefen sind, wenn wir mal auf der Höhe waren, so ist es eben auch andersrum richtig: was Freude ist, wissen wir nur im Unterschied zum Schmerz. </p>
<p>Wenn Sie alle in Ihrem Leben zurückblicken, dann wird es Ihnen wahrscheinlich auch so gehen. Sie werden beides entdecken. Niemand von Ihnen wird sagen: Ich hatte immer nur Glück und mir ist alles geglückt! Niemand wird behauptet: Ich habe niemals von lieben und geliebten Menschen Abschied nehmen müssen. Sie alle kennen das Licht und auch den Schatten. Und jetzt „im Alter“, wie man so sagt, kommen noch einmal ganz neue Herausforderungen hinzu. Da leben die Kinder und Enkel scheinbar in ganz anderen Welten als die Großeltern:<br />
Karlchen darf zum ersten Mal allein verreisen. Er möchte seine Großeltern für ein paar Tage besuchen. Mit großen Erwartungen fährt er hin. Und völlig frustriert kehrt er zurück. „Nie wieder fahre ich zu den Großeltern!“, so sagt er zu seiner Mutter. „Du glaubst ja nicht, wie langweilig das dort war. Oma und Opa sitzen abends im Wohnzimmer auf dem Sofa und haben nichts an.“ Ganz erschrocken fragte die Mutter nach: „Haben nichts an?“ – „Nein, sie haben einfach nichts an: kein Radio, kein Fernsehen, kein Video, keine CD oder DVD, keinen PC, keinen Gameboy, nichts!“</p>
<p>Ja, Zeiten ändern sich im Lauf des Lebens und manchmal kommt man kaum mit.<br />
Aber im Alter geht es dann auch um Krankheiten und Alterserscheinungen, um Abschiednehmen von Aufgaben und Tätigkeiten.</p>
<p>Als Petrus seinen ersten Brief an seine Gemeinde in Kleinasien schrieb, da litten sie schrecklich.<br />
Der Staat verfolgte die junge Christengemeinde. Viele wurden gefoltert und gekreuzigt oder den Löwen in den Arenen zum Fraß vorgeworfen. Die Gemeinde stand unter enormen Druck, wie wir ihn uns gar nicht vorstellen können. Bleibst du Christ verhaften wir dich! Legst du deinen Glauben ab, hast du vielleicht noch eine Chance.<br />
Und tatsächlich, manche verließen die Gemeinde. Sie hielten den Druck nicht aus. Die meisten aber blieben dabei. Und ihnen schreibt Petrus ermutigende Worte:<br />
„…ihr seid voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. Wenn sich (euer Glaube) als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit offenbart.“ (1. Petr 1,6f.)</p>
<p>Und Petrus malt ihnen vor Augen, wie sehr privilegiert sie sind, weil sie das glauben dürfen, wonach sich Generationen von Vorfahren gesehnt haben:<br />
„Nach dieser Rettung schauten schon die Propheten aus. Sie haben euch angekündigt, welches Gnadengeschenk Gott euch zugedacht hat, und sie haben eifrig gesucht und geforscht, um herauszufinden, wann und wie dies alles eintreffen sollte.“ (1,10f)<br />
„Euer Glaube wird euch eure Rettung bringen!“, so ruft es ihnen Petrus zu. </p>
<p>Ja, ihr müsst jetzt viel leiden und viele werden qualvoll sterben, aber niemand ist verloren, weil Jesus doch nun gekommen ist und ihr ihm vertraut.<br />
Schöpft Hoffnung und habt Mut und haltet durch!</p>
<p>Wir können uns die Situation gar nicht schlimm genug vorstellen. Wir nicht hier im reichen, freien Westen. Vielleicht, wenn Sie sich, liebe Jubilare, noch eigene Erfahrungen oder Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern aus dem Krieg in Erinnerung rufen. Vielleicht können Sie dann einen Geschmack von der Angst und Not bekommen, die die ersten Christen ergriffen hatte. Es war das Gefühl von Ohnmacht, das Gefühl von: „Was auch immer wir versuchen und tun, es ist sinnlos und hat doch sowieso keinen Zweck. Wir können genauso gut aufgeben. Denn gegen die Übermacht des Staates und der Verfolgung haben wir keine Chance.“ Aber es ist eben nicht zu Ende bevor es zu Ende ist.<br />
Und wieder ruft Petrus ihnen zu:<br />
18 Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, aus einem sinnlosen Leben, wie es schon eure Vorfahren geführt haben. Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold,<br />
19 sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut, das er wie ein unschuldiges, fehlerloses Lamm für uns geopfert hat.<br />
20 Schon bevor Gott die Welt erschuf, hatte er beschlossen, Christus zu euch zu schicken. Aber erst jetzt, in dieser letzten Zeit, ist Christus euretwegen in die Welt gekommen.<br />
21 Durch ihn habt ihr zum Glauben an Gott gefunden. Gott hat Jesus Christus von den Toten auferweckt und ihm seine göttliche Herrlichkeit gegeben, damit ihr an ihn glaubt und eure ganze Hoffnung auf ihn setzt. (HfA)</p>
<p>Und wir dürfen es auch hören. Jeweils da, wo wir stehen und leben, lachen und weinen, uns freuen und leiden. </p>
<p>Denkt daran, wie wertvoll wir in Gottes Augen sind! Er hat unsere Schuld vergeben. Er richtet unseren Blick nach vorne. Wir haben eine Zukunft. Und unser Leben einen Sinn. Vielleicht sehen wir ihn selbst nicht immer, aber Gott hat ihn längst erkannt. Und er war sich nicht zu schade, sein eigen Fleisch und Blut zu geben für uns. Er hat nicht mit viel Geld bezahlt, sondern mit seinem eigenen Leben tritt er für uns ein. Was kann wertvoller sein als das? „Niemand hat eine größere Liebe als der, der sein Leben gibt für seine Freunde.“ (Joh 15,13)<br />
Und ihr seid es, die das erleben dürfen! Denn nun ist es geschehen, wovon Generationen geträumt und worauf sie gewartet haben. Seine Liebe hat eure Herzen entzündet und verwandelt und nun gilt nicht mehr Trostlosigkeit, sondern Hoffnung und Vertrauen und Liebe. Ihr seid nicht allein!</p>
<p>So redet Gott zu uns heute Morgen durch sein Wort.<br />
Es ist ein ermutigendes Wort. Nehmen Sie es ganz persönlich für sich in Anspruch. Denn Sie sind gemeint. Wo auch immer Sie gerade stehen, was auch immer Sie gerade bewegt. Wo auch immer es bei Ihnen gerade schmerzt und zweifelt. Wo auch immer Sie gerade Grund haben zum Lachen und zur Freude. Es ist nicht zu Ende bevor es zu Ende ist.<br />
Das ist Kraft. Da ist Hoffnung. Da ist Licht.</p>
<p>Auch wenn Sie ihm Ihre Hand noch nicht gegeben habe, er hat Ihre längst genommen. Er ist an Ihrer Seite. geht mit Ihnen durch Dick und Dünn. Will Sie tragen bis ins hohe Alter hinein, „bis sie grau werden“, wie es bei Jesaja (46,4) heißt.</p>
<p>Was auch immer die Vergangenheit gebracht hat, heute hören wir neu von der Chance des Neuanfangs und der Vergebung. Wie auch immer die Zukunft aussieht, heute hören wir von Gottes Wegen, wo wir selbst vielleicht noch keinen Weg erkennen können.<br />
Wo wir keinen Sinn erkennen, hat Gott schon einen Plan. Und wo wir ohnmächtig sind, will Gott in unserer „Schwäche mächtig“ sein (2. Kor 12,9)</p>
<p>Das ist die Botschaft des Petrus vor 2000 Jahren und heute an diesem Jubiläumstag der Diamantenen und Eisernen Konfirmation.</p>
<p>Darum blühe!<br />
Ob als Veilchen oder Rose.<br />
Aber blühe, wo du stehst und lebst und bist.</p>
<p>Amen.</p>
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		<item>
		<title>Nur was wir schätzen werden wir schützen</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 14:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Schauen Sie doch bitte eine Ihrer Hände an.
Ist es nicht ein Wunder, was die Hand alles kann?
27 Knochen sind in jeder Hand verbaut. Bei rund 200 Knochen im Skelett insgesamt ist das eine ganz ordentliche Menge auf engsten Raum. Und weil die Hand so angeordnet ist, wie sie ist, können wir so viel damit tun. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schauen Sie doch bitte eine Ihrer Hände an.<br />
Ist es nicht ein Wunder, was die Hand alles kann?<br />
27 Knochen sind in jeder Hand verbaut. Bei rund 200 Knochen im Skelett insgesamt ist das eine ganz ordentliche Menge auf engsten Raum. Und weil die Hand so angeordnet ist, wie sie ist, können wir so viel damit tun. Grobe Dinge, wie einen Stein hochheben und werfen. Feine Dinge, wie Perlen auffädeln oder nähen. Sanfte Dinge, wie Streicheln. Harte Dinge, wie Kämpfen und Boxen.<br />
Die Hand ist ein echtes Wunderwerkzeug. Gut, dass wir sie haben.<br />
Eigentlich ist natürlich alles auf seine eigene Weise ein Wunder, was wir in  der Natur sehen und erleben. Jeder Mensch, jeder Baum, jeder Grashalm. Jedes Tier.<br />
Die Erde ist voll von Wundern. Überall.<br />
Dass sich Löwenzahn selbst durch harten Beton durchbohren kann, ist ein Wunder.<br />
Dass es Leben auch in der trockenen Wüste gibt und sogar im ewigen Eis der Polkappen. Ein Wunder.<br />
Ob oben auf dem höchsten Berg der Welt oder unten in der tiefsten Tiefe der Meeresgräben, überall wimmelt es von besonderem Leben. Angepasst an die jeweilige Umgebung und den Lebensraum. Spezialisiert und wunderbar.<br />
Wir haben Ihnen heute schon einige phänomenale Naturwunder vorgestellt:<br />
Die Nordlichter, die Zugspitze, der kleinste Frosch der Welt, die stärkste Milbe, die Schwalbenhöhle, der Monarchfalter, der größte Wasserfall „Santo Angel“ und das ganze Sternenzelt.<br />
Jedes für sich begeistert doch, oder nicht?<br />
Nur was wir schätzen werden wir auch schützen.<br />
Wer sich mit den Wundern der Natur beschäftigt, kann verstehen, warum Menschen aller Kulturen zu allen Zeiten und immer wieder die Überzeugung gewonnen haben, dass dies alles um uns herum nicht zufällig entstanden sein kann. </p>
<p><em>„Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können.“</em><br />
So beschreibt es der Apostel Paulus im Brief an die Gemeinde in Rom (1,20).</p>
<p>Viele Menschen erleben das tatsächlich so.<br />
Sie sagen: „Wenn ich in der Natur bin, dann fühle ich mich Gott besonders nahe.“</p>
<p>Es war einmal eine große Mausefamilie. Die lebte in einem herrlichen Klavier. Ihre kleine Welt war oft erfüllt von wunderbarer Musik. Die Mäuse genossen die Musik und machten sich ihre Gedanken darüber, von wem die schönen Klänge wohl stammten. Sie dachten an einen Klavierspieler, den sie zwar nicht sehen konnten, der ihnen jedoch hörbar nahe war.<br />
Eines Tages wagte sich eine Maus weiter nach oben in das Klavier. Und da entdeckte sie das Geheimnis der Musik. Metalldrähte von unterschiedlicher Länge zitterten, und durch ihre Schwingungen entstanden die Töne. So mussten die Mäuse ihren alten Glauben an den Klavierspieler aufgeben. Metalldrähte erzeugten die schöne Musik, die wunderbaren Klänge.<br />
Später brachte eine andere Maus noch neuere Erkenntnisse mit. Kleine Filzhämmerchen sprangen und tanzten auf den Drähten und erzeugten die Schwingungen und damit die Musik. Nun war der alte Glaube überholt, und die Mäuse wohnten in einer aufgeklärten, wissenschaftlich durchschaubaren Welt.<br />
Aber der Klavierspieler machte auch weiterhin seine wunderbare Musik.</p>
<p>Die Schöpfung ist Ausdruck eines liebenden, zugewandten und freundlichen Gottes. An den Wundern der Schöpfung können wir erkennen, dass wir gewollt sind. Am Überfluss sehen wir Gottes Liebe und Macht. Irgendjemand muss sich ziemlich viel Mühe mit allem gegeben haben. Sonst wäre es doch nicht so bunt und vielfältig da. Wie gesagt: Schauen Sie doch mal einzelne Blumen oder Blüten an. Oder die Facettenaugen einer Fliege. Die Beißwerkzeuge einer Ameise oder die Schönheit der Schneeflocken. Alles ist einzigartig und wunderbar.<br />
Oder haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viele verschiedene Fliegenarten es gibt? Oder allein wie viele Mückenarten es gibt? Fast unendlich viele, dabei reicht mir schon eine einzige!<br />
Aber das muss doch alles einen Sinn haben. Oder nicht? </p>
<p>Diese Vielfalt. Diese Schönheit. Diese Verwundbarkeit.<br />
Ja, verwundbar ist unsere Welt tatsächlich sehr.</p>
<p>17.000 Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Jede Ölkatastrophe kostet Vögel und Fische das Leben. Ganz abgesehen von all den vielen kleinen Bakterien und anderen Lebewesen die absterben und leiden.<br />
Nicht immer sind wir Menschen an diesen Katastrophen schuld. Und bei manchen schweren Veränderungen, wie dem Klimawandel, wird der Anteil, den wir Menschen haben, noch erforscht und diskutiert.<br />
Aber wenn die Natur durch ihre Schönheit und ihre ungeheure Komplexität zeigt, dass wir alle gewollt sind, wann und wie zeigen wir der Natur, dass sie auch gewollt ist? Gewollt von uns Menschen. Gewollt und darum bewahrt. Bewahrt zunächst einfach nur für sich selbst und dann auch für uns und die nachfolgenden Generationen.<br />
Sie kennen bestimmt den Satz aus dem Alten Testament. Nachdem Gott die Menschen gemacht hat, beauftragt er sie: <em>„Macht Euch die Erde untertan.“ </em>(Gen 1,28)<br />
Ein guter Satz, aber leider schrecklich missverstanden. Seit Generationen hat man gedacht, dieser Vers wäre eine Erlaubnis zur Ausbeutung. Die Erde ist Materie und Materie ist Material für uns. Mehr nicht. Unserem Wachstum ausgeliefert. Um unseren Hunger zu stillen und unsere Gier zu befriedigen.<br />
Heute, auch dank besserer Bibelwissenschaft, wissen wir es genauer (wobei: ob „besser“ lassen wir mal dahingestellt). „Macht Euch die Erde untertan.“ Oder kurz: Sei ein König!<br />
Ein Satz, ein Auftrag, der uns zu Königen über die Erde erklärt. Und Könige sorgen dafür, dass es dem Volk, dem Reich gut geht und es gedeiht. Heute und morgen. Für Kind und Kindeskinder, gerecht und barmherzig.<br />
Wir haben also einen klaren Auftrag diese Erde mit allen ihren Wundern der Schöpfung zu schützen.<br />
Unsere Welt ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist Gottes Geschenk an uns. Wir dürfen uns an ihr und mit ihr erfreuen und von ihr leben. Und wir dürfen sie als Geschenk an die nächsten Generationen weitergeben. Aber unsere Aufgabe ist es, dass sich das Schenken auch lohnt und das Geschenk selbst nicht allzu beschädigt und abgenutzt ist.<br />
Eines sollte uns immer bewusst sein: Ohne eine gesunde Erde haben wir alle keine Heimat mehr. </p>
<p>Schauen Sie doch noch einmal Ihre Hände an.<br />
Sie sind wirklich etwas Wunderbares.<br />
Hände können arbeiten. Und Hände können ruhen.<br />
Hände können beten. Und Hände können viel tun. </p>
<p>Lassen Sie uns beides nicht vergessen. Für uns selbst und alle anderen Wunder dieser Welt.</p>
<p>Amen.</p>
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		<item>
		<title>Mit Gott über Mauern springen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 05:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berufung]]></category>
		<category><![CDATA[Christsein]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zum Irgendwie-anders-Gottesdienst: Wetten Dass..?
Wetten dass&#8230;?
30 Jahre Unterhaltung im ZDF. Denn mit dem zweiten sieht man besser.
30 Jahre tolle Wetten.
Spannende Wetten. (es wurden im einem Film Beispiele gezeigt)
Berühmte Stars und Sternchen.
Manchmal Verrücktes. Manchmal auch langweilig und banal.
Viele Wetten und immer mit vielen Zuschauern. Zu Hause und in den Sendehallen. Bis zu 20.000 Kartenanfragen erreichten den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Predigt zum Irgendwie-anders-Gottesdienst: Wetten Dass..?</strong></p>
<p>Wetten dass&#8230;?<br />
30 Jahre Unterhaltung im ZDF. Denn mit dem zweiten sieht man besser.<br />
30 Jahre tolle Wetten.<br />
Spannende Wetten. (es wurden im einem Film Beispiele gezeigt)</p>
<p>Berühmte Stars und Sternchen.<br />
Manchmal Verrücktes. Manchmal auch langweilig und banal.<br />
Viele Wetten und immer mit vielen Zuschauern. Zu Hause und in den Sendehallen. Bis zu 20.000 Kartenanfragen erreichten den Zuschauerservice des ZDF zu jeder Sendung<br />
Mitten drin immer Thomas Gottschalk. Seit 2009 mit Michelle Hunziker. </p>
<p>Was treibt Menschen dazu, sich bei Wetten dass anzumelden?<br />
Man riskiert ja auch eine Menge.<br />
Abgesehen von der großen Enttäuschung, zu verlieren.<br />
Manche riskieren ihren guten Ruf.<br />
Andere vielleicht ihren berufliche Karriere.<br />
Andere ihre Gesundheit.</p>
<p>Was steckt dahinter?</p>
<p>Vielleicht ist es der menschliche und gut verständliche Drang, die eigenen Grenzen zu erweitern?<br />
Das gehört doch stark zu uns, oder nicht?<br />
Angetrieben von unserer Neugierde schauen wir gerne hinter die nächste Ecke oder in den tiefen Brunnen. Ich habe als Kind und Jugendlicher gerne alles auseinander genommen und hineingeschaut. Wecker, Maschinen, Computer. Nicht immer habe ich es wieder zusammengekriegt. Manchmal war das peinlich, den Drang zu Forschen konnte es aber nie bremsen.<br />
Doch, Menschen sind nicht nur Jäger und Sammler. Wir Menschen sind auch Forscher. Wir wollen immer mehr und weiter. Wir wollen uns verbessern und dazulernen. </p>
<p>Die große Software-Schmiede Microsoft hat diesen Drang aufgegriffen und jahrelang mit diesem Spruch geworben: „Where do you want to go today?“ Wo wollen Sie heute hingehen?<br />
Und bei StarTrek-Raumschiff Enterprise hieße es immer: „Where no man has gone before.“<br />
Hingehen, wo niemand zuvor gewesen ist.</p>
<p>Das war sozusagen der Nachfolger aus den alten Zeiten von Cowboy und Indianer. Damals gab es in den USA den Drang nach Westen. Westwärts, auf zu neuen Ufern. Neue Gelände erobern, neue Abenteuer bestehen. Neue Ideen entwickeln und umsetzen.</p>
<p>Deutschland wird ja auch als „Land der Ideen“ bezeichnet. Man spielt damit an viele gute deutsche Erfindungen an: Auto, MP3 usw&#8230;<br />
Und von Niedersachsen wird gesagt, so kann man es auf den Autobahnschildern lesen, dass wir immer eine gute Idee haben.<br />
Vielleicht beschreibt uns das tatsächlich ganz gut.</p>
<p>Tüfteln und basteln, Probleme lösen und „selbst ist der Mann oder die Frau“ – das passt schon zu uns. Wir geben uns ungern mit dem Ist-Zustand zufrieden. Wir wollen uns entwickeln. Wollen weiter. Am Haus, am Auto, in der Küche und im Bad.<br />
Vielleicht nicht alle, aber doch sehr viele sind innerlich unruhig.<br />
Bleibt etwas zu lange beim Alten, dann muss dringend mal renoviert werden.<br />
Ich weiß, es gibt auch das andere. Die Freude daran, alles zu bewahren wie es schon immer gewesen ist. Trotzdem haben wir doch diesen Forscherdrang in uns.<br />
Ist das Fernsehprogramm langweilig, wird umgeschaltet. Vielleicht ist das Programm woanders besser. Das Essen soll abwechselungsreich sein und gerne auch mal neu und unbekannt. Warum sonst gibt es in unserem Land soviele Restaurant mit ausländischer Küche. Wir gehen gerne mal woanders hin. Und das ist gut so.<br />
Castingshows sind überlaufen. Sicher auch, weil Menschen ihre Grenzen testen möchten. Mal sehen, wie weit sie gehen können. Mal schauen, was sich daraus ergibt.<br />
Wir probieren gerne aus. Testen mal hier, mal dort. Probieren uns aus. Auch wenn viele zuschauen.<br />
Und das ist nicht so schlecht.<br />
Die Werbung lebt davon und mit ihr ganze Industriezweige, von Nahrung über Auto bis zu Büchern und Filmen.<br />
An unserer Neugier und unserem Wissendrang hängen hunderttausende Arbeitsplätze.<br />
Und Wetten Dass.</p>
<p>So viele Jahre hat sich Thomas Gottschalk da hindurch moderiert. Als er dann Schluss machte, riss es unser ganzes Land in Trauer. Wer wird sein Nachfolger?<br />
Nur bei sehr wenigen konnte man sich das überhaupt vorstellen. Hape Kerkeling, vielleicht. Oder Jörg Pilawa. </p>
<p>Wer sonst könnte es so unterhaltsam gestalten, wenn Menschen versuchen, ihre Grenzen zu überwinden, neue Stöcke, „westwärts“, einzurammen, neues Gelände zu erkunden. Vor Millionen Publikum.</p>
<p>Abraham hatte das auch mal probiert.<br />
Der Mann aus dem Alten Testament.<br />
Er hat auch mal seine Grenzen getestet und geschaut, wie weit kann ich gehen.<br />
Mit Erfolg.</p>
<p><em>In den Städten Sodom und Gomorra war der Teufel los. Nichts war gut in diesen Städten und Gott hatte darum beschlossen, den Städten einen ordentlichen Denkzettel zu verpassen.<br />
Abraham aber hatte Mitleid und ging darum zu Gott mit einer mutigen Bitte:<br />
Abraham fragte Gott: &#8220;Willst du wirklich Unschuldige und Schuldige zusammen vernichten?<br />
Vielleicht findest du ja fünfzig Leute in der Stadt, die nichts Böses getan haben und dir dienen. Willst du die Stadt nicht um ihretwillen verschonen?</p>
<p>Und, man höre und staune, der große Gott hört auf den kleinen Abraham.<br />
Na gut: &#8220;Wenn ich in Sodom fünfzig Unschuldige finde, werde ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen.&#8221;</p>
<p>Abraham aber ließ nicht locker: &#8220;Ich habe es nun einmal gewagt, mit dem Herrn zu sprechen, obwohl ich nur ein vergänglicher Mensch bin. Angenommen, es gibt bloß fünfundvierzig Menschen, die kein Unrecht getan haben &#8211; willst du wegen der fehlenden fünf die ganze Stadt zerstören?&#8221;<br />
&#8220;Nein&#8221;, sagte der Herr, &#8220;wenn ich fünfundvierzig finde, verschone ich die Stadt.&#8221;<br />
Abraham tastete sich noch weiter vor: &#8220;Und wenn es nur vierzig sind?&#8230; oder 30… oder nur 20?&#8221; </p>
<p>Und der Herr sprach: &#8220;Dann werde ich die Stadt trotzdem verschonen.&#8221;<br />
&#8220;Mein Herr&#8221;, sagte Abraham dann, &#8220;bitte werde nicht zornig, wenn ich zum Schluss noch einmal spreche: Was wirst du tun, wenn dort nur zehn unschuldige Menschen wohnen?&#8221; Wieder antwortete der Herr: &#8220;Die zehn werden verschont bleiben und ebenso die ganze Stadt.&#8221;<br />
Nachdem er dies gesagt hatte, ging er weiter, und Abraham kehrte zu seinem Zelt zurück.</em> (vgl. 1. Mose 18,20-33)</p>
<p>Abraham hatte gewonnen. Sein Mut hatte sich gelohnt. Die ganze Stadt war erstmal gerettet, weil einer sich traute und die Grenzen testete.</p>
<p>Eine Geschichte die mir Mut macht.<br />
Wir sind doch häufiger in Situationen, die schwierig sind. Manchmal aussichtslos. Wo wir kämpfen müssen, aber gar nicht genau wissen wie.<br />
Herausforderungen die unseren Herzschlag beschleunigen und den Puls erhöhen.<br />
Von Klassenarbeiten oder Bewerbungsgespräch bis zum Tod von lieben Angehörigen.<br />
Die ganze Bandbreite des Lebens. Und irgendwie müssen wir da durch.</p>
<p>Die Geschichte mit Abraham macht mir dann Mut. Denn sie zeigt, dass wir nicht irgendeinem Schicksal ausgeliefert sind, sondern Gott die Welt und alles, was passiert in seinen Händen hält. Das ist etwas wichtiges, was ich immer wieder hören muss. Das schenkt mir Hoffnung, dass auch schwere Zeiten keine Strafe sind. Ja, auch unsere Schuld ist nicht schicksalhaft über uns und wir sind ihr nicht ausgeliefert. Gott ist lebendig, er ist uns zugewandt, redet mit Abraham und also auch mit mir und dir.<br />
Und wenn es Schlechtes gibt, dann ist Gott bereit, zu vergeben und zu vergessen.</p>
<p>Diese Geschichte von Abraham schildert Gott als zugewandten Gott. Der erhaben aber nahbar ist. Der kein Interesse am Leiden und Tod hat, sondern das Leben möchte und mit sich reden lässt.<br />
Und diese Geschichte sagt, dass jedes Leben eine Chance hat, weil der Glaube immer einen Weg sieht.<br />
Dietrich Bonhoeffer hat mal gesagt:<br />
<em>„An Gott glauben heißt, in jedem Augenblick eine rettende, schöpferische Möglichkeit sehen.“</em> Er hatte das gesagt, als er selbst im Gefängnis steckte mit dem Todesurteil vor sich.<br />
Aber Bonhoeffer hat bekannt: Es gibt immer einen Ausweg. Es gibt immer ein Morgen. Es gibt immer eine Zukunft. Weil Gott da ist und uns liebt. Weil Gott das Leben will. Weil Gott treu ist und weil Gott Liebe ist. Weil Gott Wege weiß, auch wenn wir seinen Weg mit uns nicht immer verstehen.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob ich das so nachsprechen könnte, wie Bonhoeffer es ausgedrückt hat. Ich weiß nicht, ob ich diesen Mut habe. Aber ein bisschen davon nehme ich mir einfach von ihm. Lasse mich ermutigen. Von ihm und Abraham.</p>
<p>Immer wieder hat gerade diese Geschichte von Gott und Abraham Menschen beflügelt, mit ihren Anliegen zu Gott zu kommen und ihr Herz bei ihm auszuschütten. </p>
<p>Jesus erzählt im Neuen Testament ganz ähnlich:<br />
<em>Ein Vater bringt seinen kranken Sohn zu den Jüngern von Jesus und bittet sie, ihn zu heilen. Aber die Jünger können es nicht und der Vater wendet sich direkt an Jesus: „Hilf ihm bitte, wenn du kannst!“ Und Jesus antwortet: „Was heißt hier, wenn du kannst? Wer Gott vertraut, dem ist alles möglich.“ Da platzt es aus dem Vater heraus: „Ich vertraue ihm ja und kann es doch nicht. Hilf mir vertrauen!“<br />
Und Jesus sieht den Vater an und er sieht den Jungen an, der wie tot am Boden liegt. Und er nimmt die Hand des Jungen und zieht ihn hoch und richtet ihn auf und der Junge ist gesund. </em>(vgl. Markus 9,14-28)</p>
<p>So geht es uns doch auch immer wieder. Wir wollen vertrauen. Uns oder den Umständen oder Gott und gleichzeitig sind wir ganz skeptisch und tragen lauter Bedenken und Zweifel mit uns herum.<br />
Aber Jesus ist da. Er sieht uns und er nimmt unsere Hand und zieht uns hoch und hilft uns weiter, damit wir leben können. „Hilf uns darauf zu vertrauen, Gott!“</p>
<p>Manchmal stehen wir vor Grenzen. Manchmal fühlen wir uns wie eingemauert. Manchmal ist alles wie festgefahren. Aber:<br />
<em>„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ </em>(Psalm 18,30)<br />
Wetten, dass..?</p>
<p>Gott ein guter Freund. Er ist uns zur Seite.<br />
Er ist ein Ermutiger und Mutmacher. Er hat seine Ohren und sein Herz weit für uns geöffnet. Wir haben Platz und Raum und er hat Zeit für uns.<br />
Er ist ein Helfer, der auch bei uns ist, wenn wir fallen und etwas nicht gelingt.</p>
<p>Samuel Koch, der sich bei seiner Wette im Dezember 2010 beim Sprung über entgegenfahrende Autos schwer verletzte und seitdem querschnittsgelähmt ist, sagte im ZDF-Jahresrückblick „Menschen 2011“ beispielsweise: „Mein Glaube gibt mir Kraft und Mut und Zuversicht.“<br />
Und wenn er das in seiner Situation sagen kann, dann können wir das ja vielleicht auch in unseren Situationen. </p>
<p>Wetten Dass..? – Europas größte Show ist erst einmal vorbei.<br />
Nun hat ganz frisch auch Michelle Hunziker das Handtuch geworfen und sich verabschiedet.<br />
Ohne Thommy ist das eben nichts. </p>
<p>Genauso wenig kann ich mir ein Leben ohne Gott vorstellen.<br />
Gott ist für mich der liebevolle, treue Ermutiger, der immer an meiner Seite ist und meine Hände leitet und hält, egal, was kommt.</p>
<p>Vielleicht ermutigt Sie das auch.<br />
Und Sie mögen sich und ihr Leben ebenso diesem Gott anvertrauen und von dort, wo Sie gerade sind, mit ihm über Mauern springen, hinein in das weite Land der Freiheit mit neuen Möglichkeiten und Chancen, die nur er schenken kann.</p>
<p>Amen.</p>
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		<title>Der Skandal als Kraftquelle</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 07:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Korintherbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Christsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Predigt zu 1. Kor. 2,1-10
Als bekannt wurde, dass Guttenberg seine Doktorarbeit aus dem Internet abgeschrieben hatte, war das ein Skandal, der ihm seinen Posten als Minister kostete.
Als 2009 bekannt wurde, dass Schiedsrichter gegen viel Geld Fußballspiele beeinflussten, war das auch ein Skandal.
Als 1558 Maria Stuart, Königin von Schottland, bei ihrer Hochzeit ein weißes Brautkleid trug, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Predigt zu 1. Kor. 2,1-10</strong></p>
<p>Als bekannt wurde, dass Guttenberg seine Doktorarbeit aus dem Internet abgeschrieben hatte, war das ein Skandal, der ihm seinen Posten als Minister kostete.<br />
Als 2009 bekannt wurde, dass Schiedsrichter gegen viel Geld Fußballspiele beeinflussten, war das auch ein Skandal.<br />
Als 1558 Maria Stuart, Königin von Schottland, bei ihrer Hochzeit ein weißes Brautkleid trug, was das ebenfalls ein Skandal. Denn Weiß war damals die Farbe für Trauer und Tod. Wir kennen das noch als weiße Lilien in Sarggestecken. </p>
<p>In den 1550er Jahren war es ein Skandal in Weiß zu heiraten. In unseren 50/60er Jahren war es ein Skandal nicht in Weiß zu heiraten. Heute ist es wieder anders. Hartweiß ist fast nicht mehr zu finden. Viele heiraten eher in gedecktem Weiß, in Champagner- oder Creme-Weiß. Oder auch ganz farbig bunt.<br />
Niemand regt sich mehr auf. Anscheinend hat, was ein Skandal zum Skandal macht, auch mit Geschmack zu tun.<br />
Als am 7. April im Jahre 30 nach Christus der Mann Jesus von Nazareth am Kreuz hing und starb, war es ein Skandal. Hatte er doch behauptet Gott selbst zu sein.<br />
Der Apostel Paulus schreibt:<br />
<em>„Wir aber verkünden (Euch) den gekreuzigten Christus als den von Gott versprochenen Retter. Für Juden ist das ein Skandal, eine Gotteslästerung, für die anderen barer Unsinn.“</em> (1. Kor 1,23)<br />
Heute ist die Kreuzigung Allgemeinbildung. Aber ist es noch ein Skandal?<br />
Schmecken wir den Skandal des Kreuzes noch? Oder sind wir zu satt für Gott? </p>
<p>Das Lexikon sagt: Ein Skandal bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis und die damit zusammenhängenden Ereignisse. (Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Ein Skandal ist ein Tabubruch. „Das geht doch nicht!“, so heißt es dann, wenn ein Skandal öffentlich wurde. „Das können die doch nicht machen. Dass ein Präsident ein Verhältnis mit seiner Praktikantin anfängt und dann auch noch direkt im Büro, quasi unter den Augen der Ehefrau!“<br />
Erinnern Sie sich noch? Bill Clinton und Monica Lewinsky. Diese Affäre war 1998 ein Skandal, der US-Präsident Clinton fast das Amt gekostet hätte. </p>
<p>„Das geht doch nicht: einfach behaupten, ein Gott stirbt! Was denken sich diese Jünger von diesem Jesus eigentlich dabei und wie kann dieser Apostel Paulus das einfach so weiter tragen?! Ein echter Gott ist herrlich und majestätisch und vor allem unsterblich! Wenn er sterben kann, ist er auch kein Gott. Eine Phantasiefigur vielleicht, auch ein großer, besonderer Mann. Aber doch niemals ein Gott! Das ist ja ein Skandal. Das ist Gotteslästerung.“</p>
<p>So haben die jüdischen Menschen geantwortet, wenn Paulus den christlichen Glauben mit ihnen teilte. „Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, kann nicht sterben!“<br />
Und die anderen, die Griechen (wie es manchen Übersetzungen heißt), die philosophisch denkenden Menschen hielten es für Geschwätz, für baren Unsinn. „Jaja, Gott und sterben und wieder auferstehen. Alles klar.“, so sagen sie und gingen lachend davon, als Paulus es ihnen erklären will. So lesen wir in der Apostelgeschichte (17 &#8211; Areopagrede).</p>
<p>Der Skandal – ein aufsehenerregendes Ärgernis oder eine große Dummheit.<br />
Was davon ist die ganze Sache um Bundespräsident Christian Wulff?<br />
Der amerikanische Soziologie-Professor und Autor Tony Campolo sagte einmal in einer Predigt: “Drei Dinge möchte ich heute gerne sagen. Erstens: Während Sie heute Nacht geschlafen haben, sind 30.000 Kinder verhungert oder an den Folgen von Unterernährung gestorben. Zweitens: Die meisten von Ihnen interessiert das einen Scheißdreck. Und das Schlimmste ist drittens, dass Sie sich mehr daran stören, dass ich (hier von der Kanzel) ‘Scheißdreck’ gesagt habe, als daran, dass heute Nacht 30.000 Kinder gestorben sind.” (Zitat Ende)</p>
<p>Stimmt das? Machen wir Dinge zu Skandalen, die keine sind?<br />
Und die, die echte Skandale sind, lassen uns kalt? </p>
<p>Bei Hit-Radio Antenne lief vor Weihnachten eine Spendeaktion für „arme Kinder“:<br />
„Kinderarmut in Niedersachsen – kaum denkbar. Doch immer öfter erfahren wir von Kindern in Not, von Kindern deren Eltern selbst kaum über die Runden kommen, Kindern, die keine warme Mahlzeit bekommen und die nichts Warmes zum Anziehen haben.“</p>
<p>Das ist doch ein Skandal, dass es das gibt! Obdachlose Kinder in unserem Bundesland. In unserer Nähe. Warum titelt nicht täglich die BILD-Zeitung darüber? </p>
<p>Ja, Hunger ist ein Skandal. Ein Tabubruch. Immer noch. Auch wenn es in den Medien und unseren Köpfen längst kein großes Aufsehen mehr erregt.<br />
Aber was sollen wir tun? Angesicht der enormen Größe des Unglücks? In unserem Land? Weltweit? </p>
<p>Paulus schreibt:<br />
<em>1 Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam und euch Gottes verborgenen Plan zur Rettung der Menschen verkündete, habe ich euch doch nicht mit tiefsinniger Weisheit und geschliffener Redekunst zu beeindrucken versucht.<br />
2 Ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu kennen als Jesus Christus, und zwar Jesus Christus, den Gekreuzigten.<br />
3 Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst.<br />
4 Mein Wort und meine Botschaft wirkten nicht durch Tiefsinn und Überredungskunst, sondern weil Gottes Geist sich darin mächtig erwies.<br />
5 Euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf die Kraft Gottes.</em></p>
<p>Gottes Kraft ist das Wort vom Kreuz. Ausgerechnet der Skandal ist Gottes Hilfe und Kraft für uns.<br />
Oder anders ausgedrückt: Was wir von Weihnachten her kommend behaupten können ist: In der Krippe liegt nicht ein süßes Kind, sondern ein Ärgernis. Und das nicht, weil Maria noch Jugendliche und sie nicht nur nicht in Weiß, sondern gar nicht verheiratet war.</p>
<p>Es ist ein Skandal, ein Ärgernis, weil Gott mit diesem Kind eine neue Zeitrechnung beginnt.<br />
Ja, nun gehen die Uhren tatsächlich anders. Jetzt gilt nicht mehr Schönheit und Reichtum und Erfolg. Jetzt sind plötzlich die Kleinen groß und die Armen und Geringen werden zu den führenden Leuten erklärt. Wer Außenseiter war, darf mitten in die Gesellschaft treten. Der Sünder wird zum Heiligen. Und die sich für heilig halten, werden sprichwörtlich zu Pharisäern, zu Sündern, erklärt.</p>
<p><em>„Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen. Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf. Den Hungernden gibt er reichlich zu essen und schickt die Reichen mit leeren Händen fort”</em>, so ruft es Maria aus, nachdem sie erfuhr, mit Jesus schwanger zu sein (Lk 1,51-53).</p>
<p>Ich stell es mir so vor: die Reichen, die Schönen, die Erfolgreichen, die Gewinner, die, die auf ihre eigene Leistung stolz sind, werden gerufen haben: Das ist ja ein Skandal!</p>
<p>Für die anderen aber, die mit leeren Händen, leeren Bäuche und erwartungsvollen Augen war es Evangelium. Gute Botschaft. Gottes Kraft. Ein Segen.<br />
Endlich tritt jemand für sie ein. Bedingungslos. Aus Liebe.</p>
<p>Gottes Kraft ist das Wort vom Kreuz. Ausgerechnet der Skandal ist Gottes Hilfe und Antrieb für uns. Motivation trotz riesiger Probleme, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. Eben nicht wegschauen oder resignieren, sondern Dinge ändern, die Gesellschaft aktiv gestalten und prägen als von Gott geliebte Menschen. </p>
<p><em>2 Ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu kennen als Jesus Christus, und zwar Jesus Christus, den Gekreuzigten.</em></p>
<p>Das Wort vom Kreuz. Es ist wohl so: nicht für jeden schmeckt es nach Skandal.<br />
Und für manche bleibt es barer Unsinn. </p>
<p>Aber denen es zu Herzen geht, die werden berührt und verwandelt. Verändert. Erneuert.<br />
Vielleicht gehören Sie ja auch dazu. </p>
<p><em>6 Wir verkünden tiefsinnige Weisheit – für alle, die dafür reif sind.</em><br />
So schreibt der Apostel dann weiter. </p>
<p>Diese reifen Menschen sind Menschen, die nicht mehr auf sich selbst schauen. Sondern Gott und damit den Nächsten im Blick haben. Die freigiebig geben mögen, weil sie spüren und wissen, dass Gott sie versorgt. Die teilen mögen, weil sie wissen und spüren, dass Gott alles mit ihnen geteilt hat. Die glauben, also darauf vertrauen, dass Reichtum und Leben, Lachen und Glück, Glaube, Liebe und Hoffnung mehr werden, je mehr man es ausstreut und unter die Leute bringt und je weniger man klammert und für sich selbst sammelt und behält.</p>
<p>Es sind Menschen, die sich mit den wahren Skandalen unserer Welt nicht abfinden wollen und alles tun, um sie aus der Welt zu schaffen. Für immer. </p>
<p>Es sind Menschen, die danach leben, dass das Wort vom Kreuz einen Skandal bezeugt, den Tod des lebendigen Gottes, der den Kreislauf des Bösen in unserer Welt gerade durchbricht und nicht weiter beschleunigt. Jesus Christus, der gekreuzigte Gott, bietet dem Bösen, dem Unheil und Unglück, der Krankheit und allem Leide Paroli und besiegt es.<br />
Gottes Skandal ist Gottes Kraft für uns, damit die wahren Skandale unserer Welt endlich aufhören.</p>
<p>Häufig genug stehen wir ohnmächtig am Bett eines Kranken und wissen weder ein noch aus. Häufig genug sitzen wir ohnmächtig vor den Fernsehern, sehen das Elend, den Hunger, den Tod und die Katastrophen jeglicher Art und schütteln die Köpfe und können es kaum fassen und wissen kaum wirksam zu helfen. Im Angesicht des großen menschlichen Leids in unserer Welt resignieren wir schnell. Wir ziehen den Kopf ein. Schauen nicht mehr hin und drehen und sorgen uns nur noch um uns selbst.</p>
<p>Margot Käßmann hat einmal gesagt: „Ich werde oft gefragt: ‚Wie denn? Gibt es Gott etwa nicht?’ ‚Ja (doch’, sage ich), ‚aber die Welt ist trotzdem angefüllt von all dem Bösen und immer wieder sind wir mit unserer Ohnmacht konfrontiert. Wir leben nicht in einer erlösten Welt, sondern in der Welt nach der Vertreibung aus dem Paradies. „Mit unserer Macht ist nichts getan.“ Nein, wir sind nicht mächtig. Wir können strampeln und streiten und unser Bestes geben, aber mit all unserer Leistung und unserer Macht werden wir dennoch nicht den Himmel auf Erden schaffen. So zeichnet Martin Luther bis heute ein realistisches Menschen- und Weltbild…. Luther stellt (im Lied „Ein feste Burg“) neben die Ohnmachtserfahrung entschieden die Glaubenserfahrung. Und diese Glaubenserfahrung ist nun gerade in dem erfahrbar, der … durch seine Schwäche, durch seine Aufopferung den Kreislauf der Gewalt und Gegengewalt durchbricht.“<br />
„Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,“ der Gekreuzigte. (Sehnsucht nach Leben, S. 149.).</p>
<p>Er ruft uns auf, trotz der Ohnmachtsgefühle aktiv zu werden, aufzustehen, wo nötig gegen Unrecht und Haß Widerstand zu leisten und Liebe zu üben gegenüber jedermann und jederfrau. Im Einsatz für Frieden und Freiheit. Für Mensch und Natur.<br />
Koste es, was es wolle.</p>
<p>Möge das auch in unserem Alltag spürbar werden und mag doch die Welt von uns, die wir Jesus folgen, Gutes profitieren können. </p>
<p>Amen.  </p>
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		<title>Von Christus verändert?</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 10:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie dieses Zitat?. Martin Luther hat geschrieben:
„Einem Gläubigen ist nichts schädlicher, als dass er meint, er habe es schon ergriffen, und es sei daher nicht nötig, es erst zu suchen, denn von daher kommt es, dass viele zurückfallen, und vor Sicherheit und Faulheit verwelken und lasch werden.
Deswegen, wer angefangen hat, ein Christ zu sein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie dieses Zitat?. Martin Luther hat geschrieben:<br />
„Einem Gläubigen ist nichts schädlicher, als dass er meint, er habe es schon ergriffen, und es sei daher nicht nötig, es erst zu suchen, denn von daher kommt es, dass viele zurückfallen, und vor Sicherheit und Faulheit verwelken und lasch werden.<br />
Deswegen, wer angefangen hat, ein Christ zu sein, der ist schuldig, auch noch dieses zu tun, dass er gedenken, er sei noch kein Christ, sondern er suche es noch dahin zu bringen, dass er ein Christ werde.<br />
Dieses Leben ist nicht eine Frömmigkeit, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Wesen, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.<br />
Wir sind&#8217;s noch nicht; wir werden&#8217;s aber.<br />
Es ist noch nicht getan, es ist aber in Gange und Schwange.<br />
Es ist nicht das Ende; es ist aber der Weg.<br />
Ein Christ ist im Werden, nicht im Worden-sein.</p>
<p>Denn wir strecken uns nach dem Himmel, sind aber noch nicht im Himmel.<br />
Und wie der nimmermehr in den Himmel kommen wird, der sich einbildet, er sei schon im Himmel, so ist der bereits im Himmel, der sich nach dem Himmel streckt und hineinzukommen sucht. So wunderbar sind Gottes Werke.“</p>
<p>Die ersten Christen werden in der Apostelgeschichte als „Der neue Weg“ dargestellt. Ihr Zeichen war nicht das Kreuz, sondern der Fisch, das Brot oder der Kelch oder das Zelt Abrahams. Zeichen des Weges. Zeichen der Reise und Verpflegung. Der wechselnden Unterkunft. Immer unterwegs. Immer im Wandel. Immer in der Veränderung. Denn Christus verändert.</p>
<p>„Gottes Geist weht, wo er will“, so sagt es Jesus im Johannesevangelium. Er ist wie der Wind. Du hörst ihn, spürst ihn, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. </p>
<p>„Semper reformanda“ – hat darum wieder Martin Luther als Arbeitsauftrag seiner Kirche ins Stammbuch geschrieben. Reformiert euch beständig. Immer. Das einzig stetige ist der Wandel. Nein, das einzige Beständige ist Gott, an ihm hängt und geht in die Welt und durch die Zeit. </p>
<p>Wir sehnen uns ja heute mehr nach Beständigkeit, weil alles im Wandel ist.<br />
Die ersten Christen und mit ihnen Luther sahen das noch anders.</p>
<p>Sie wussten: wir hängen an Gott. Unsere Zeit steht in seinen Händen. Darum kann kommen, was will, wir sind bereit. Darum kann geschehen, was will, wir gehen mit. Darum kann passieren, was will, passen uns an. So wie Jesus war und ist und bleiben wird. </p>
<p>Im Bibeltext für heute stellt uns Petrus den Christus als Vorbild hin.<br />
„Dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.“</p>
<p>Nachfolge. Fußstapfen. Wieder ein Bild des Weges. Ein Wanderbild. Christen sind Pilger. Wandersleute. Jünger wird man unterwegs.<br />
Wir sollen nicht sein. Sondern werden. Nicht wie Jesus sein. Sondern ihm nachfolgen.<br />
Nicht einen Zustand erreichen. Sondern in Bewegung bleiben. </p>
<p>Aber das ist schwer. Das ist hart.<br />
Doch Jesus sagt: „Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“<br />
Und als ihn einer bat: „Herr, erlaube mir, dass ich erst noch hingehe und meinen Vater begrabe.“ Da sagte Jesus zu ihm: »Komm, folge mir! Überlass es den Toten, ihre Toten zu begraben!“ (Mt 8,20-22)<br />
Nichts soll uns aufhalten, wenn wir Jesus hinterhergehen. Ihn im Auge hält uns nichts auf und nichts ab.<br />
Und Jesus sagt: „Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 16,24-25)<br />
Und: „Liebt Eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,44)<br />
Und: „Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut! Mehr noch: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die linke hin. Wenn jemand mit dir um dein Hemd prozessieren will, dann gib ihm den Mantel dazu. Und wenn jemand dich zwingt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm zwei. Wenn jemand dich um etwas bittet, gib es ihm; wenn jemand etwas von dir borgen möchte, sag nicht nein.“ (Mt 5,38-42)</p>
<p>Sind wir bereit dazu? Sieht so unser Weg des Glaubens aus?<br />
Das ist das Vorbild Christi. Daran sollten wir uns orientieren.<br />
Ihr wisst: »Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen.« 23 Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen. 24 Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen, mit seinem eigenen Leib. Damit sind wir für die Sünden tot und können nun für das Gute leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! (1. Petr 2,22-24)</p>
<p>Also, worauf warten wir noch? Was hält uns? Was hält uns fest?<br />
Oder sieht unser Weg eher so aus, dass wir versuchen, unsere eigene Meinung durchzubringen? Meistens haben wir doch schon Probleme damit, kleinste theologische Unterschiede zu akzeptieren und auszuhalten in versöhnter Verschiedenheit. Und oft genug sind sogenannte biblische Werte nur eine Ausrede für unseren eigenen Willen. Ein Alibi für unsere Werte und Vorstellungen. Weil man das, was man selbst denkt für das Non-plus-ultra hält? Weil man sich nur schwer in die Gedanken des anderen hineinversetzen kann?<br />
Weil wir lieber urteilen und beurteilen und verurteilen, statt auf die Menschen zuzugehen und zu fragen: „Was willst du, dass ich tun soll?“ So, wie Jesus. </p>
<p>Jesus war von sanft und von Herzen demütig. Er hat gelitten. Er ist immer den unteren Weg gegangen. Hat eingesteckt, nicht ausgeteilt. Er wurde geschlagen. Er wurde gehasst. Aber er „drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen.“</p>
<p>Schaffen wir das auch? Auch wenn wir Nachteile in Kauf nehmen sollten? Ansehen, selbst in der christlichen Gemeinde? „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“. Und Gott ist Liebe. Lieben wir, wie er?<br />
Verglichen mit Jesus und den ersten Christen ist das, was wir an negativen Reaktionen erleben, nicht der Rede wert. Was hindert uns also?<br />
Sind wir bereit zu einer Hingabe wie Jesus sie vorgemacht hat? Zu dieser Geduld, zu diesem Sanftmut? Zu dieser bedingungslosen Liebe gegenüber jedermann? Besonders den Sündern? Oder ziehen wir doch lieber Grenzen und verwechseln das mit Profil?<br />
Viele Christen wissen wogegen sie sind. Aber wofür sind wir eigentlich? Positiv ausgedrückt!</p>
<p>Sind wir bereit zur Hingabe, die beständig fragt: Was würde Jesus tun? Hier, in dieser Situation? Hier bei diesem Menschen? </p>
<p>Aber weil er geschlagen wurde, müssen wir nicht verzweifeln. Weil er litt, darum müssen wir uns nicht aufgeben. Weil er uns in allem vorausging, darum dürfen wir mutig den Weg gehen, ihm hinterher. Das ist das Leben. Aus seiner Liebe zu uns können auch wir Liebe schöpfen für alle Menschen um uns herum.<br />
Das ist Nachfolge. In den Fußspuren seiner Gnade gehen und ebenfalls Gnade hinterlassen.</p>
<p>3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.<br />
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.<br />
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.<br />
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.<br />
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.<br />
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.<br />
9 Selig sind die Friedfertigen;1 denn sie werden Gottes Kinder heißen.<br />
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.<br />
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.<br />
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. (Mt 5)</p>
<p>Selig seid Ihr, wenn Ihr segnet, die euch, die Euch verfolgen. Selig seid Ihr, wenn Ihr Eure Feinde liebt. Selig seid Ihr, wenn Ihr die Sünder ruft (Mt 9,13).</p>
<p>Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.<br />
Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.<br />
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25,35-40)</p>
<p>Jesus will verändern. Uns und mit uns diese ganze Welt.<br />
Darum will Jesus die Christen bekehren. Darum ruft er uns zu: Zieht euch nicht auf einen Ist-Zustand zurück. Auf die Insel der Frommen und Gleichgesinnten und zeigt nicht mit dem Finger auf die Welt. Mischt Euch unter sie, wie ich mich unter sie gemischt habe. Bleibt in Bewegung.</p>
<p>„Den Weg zum Nachbarn … zu finden, das ist menschlicher und christlicher, als sich darüber zu ereifern, dass die Kirchen leer sind.“, sagte einmal der Theologe Ernst Lange.</p>
<p>Manchmal habe ich das Gefühl, Christen steigen heute gerne auf Wachtürme, beobachten die Menschen, das Land und die Trends aus der Distanz und zeigen auf Missstände, oder das, was sie dafür halten. Und dann sind sie ganz stolz und fühlen sich ganz fromm und rechtschaffen und gottgefällig und halten ihre Wachtürme für gute Leuchttürme.</p>
<p>Doch das ist ein Irrtum. Leuchttürme stehen immer an den gefährlichen Stellen im Wasser oder an der Küste und mit ihrem Licht stoßen sie tief in die Finsternis vor und machen das Dunkel heller. Leuchttürme kommen in direkten Kontakt mit der Brandung. Sie stehen nicht abseits und schauen nicht aus der Ferne. Ihr Licht begleitet die Schiffe durch das Wasser. </p>
<p>Warum die Distanz? Wovor haben wir Angst? Warum diese Scheu? Wir haben doch gar nichts zu befürchten.<br />
Die ersten Christen litten und liebten trotzdem. Die ersten Christen wurden geschlagen und vergaben dem Schläger. Die ersten Christen starben und sangen dabei Loblieder. Die ersten Christen öffneten sich, und wurden zahlenmäßig mehr. Sie machten keine Unterschiede zwischen den Menschen und ernteten Respekt. Sie liebten wie Jesus, in seinen Fußstapfen.</p>
<p>Wo ist unser Wille, Jesus nachzufolgen und wenn es nötig ist, auch mit ihm zu leiden?<br />
Wo ist unsere Geduld mit den Menschen und den Strömungen dieser Zeit?<br />
Wo ist unsere Liebe, die geduldig ist „und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.“ (1. Kor 13,4-7)</p>
<p>Entschuldigung: Ich fürchte, wir sind noch nicht genug verändert worden von ihm. </p>
<p>Aber das muss nicht so bleiben. 	</p>
<p>„Wir sind&#8217;s noch nicht; wir werden&#8217;s aber.<br />
Es ist noch nicht getan, es ist aber in Gange und Schwange.<br />
Es ist nicht das Ende; es ist aber der Weg.<br />
Ein Christ ist im Werden, nicht im Worden-sein.“</p>
<p>Machen wir uns also auf den Weg. Jesus hinterher. In seinen Fußstapfen. Auf seinen Pfaden.<br />
Begeistert von ihm. Berührt von ihm. Ergriffen von ihm. Frei wie er, weil von Liebe erfüllt wie er. So hängen wir an Gott, unserem Vater und gehen durch die Zeit.<br />
Jesus Christus verwandelt immer noch. Sein Geist weht wo er will und verändert, wer bereit ist, sich verändern zu lassen. Weil Jesus uns liebt und nicht aufgibt. Niemals.</p>
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		<title>Was interessiert?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 07:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Achim</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Drei Dinge möchte ich heute gerne sagen. Erstens: Während Sie heute Nacht geschlafen haben, sind 30.000 Kinder verhungert oder an den Folgen von Unterernährung gestorben. Zweitens: Die meisten von Ihnen interessiert das einen Scheißdreck. Und das Schlimmste ist drittens, dass Sie sich mehr daran stören, dass ich &#8216;Scheißdreck&#8217; gesagt habe, als daran, dass heute Nacht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Drei Dinge möchte ich heute gerne sagen. Erstens: Während Sie heute Nacht geschlafen haben, sind 30.000 Kinder verhungert oder an den Folgen von Unterernährung gestorben. Zweitens: Die meisten von Ihnen interessiert das einen Scheißdreck. Und das Schlimmste ist drittens, dass Sie sich mehr daran stören, dass ich &#8216;Scheißdreck&#8217; gesagt habe, als daran, dass heute Nacht 30.000 Kinder gestorben sind.&#8221; &#8211;<br />
Tony Campolo: Soziologie-Professor und Autor </p>
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