Mit Jesus springen

2. September 2010

In einer Predigt habe ich mal gelesen: „Er zwingt uns den Glauben nicht auf, sondern hält einfach die Hand offen und wartet und wartet und wartet, bis wir springen und die Erfahrung machen, dass er wirklich hält, was er verspricht.“

Ich halte solche Sätze zunehmend für falsch, obwohl ich so was auch schon gesagt habe.
Aber mal ehrlich: niemand von uns würde in ein Loch springen, wenn man den Grund nicht sehen kann.
Meine Frau und ich verbieten es unseren Kindern sogar. „Spring nie in einen See, schon gar nicht kopfüber, wenn du nicht sehen kannst, was unter dir ist!“
Nein, im Glauben geht es nicht darum, zu springen und dann zu spüren, dass Gott hält, was er verspricht.
Im Glauben geht es darum zu springen – um im Bild zu bleiben – weil Jesus schon gesprungen ist und ich darum sehe, höre und vertrauen kann, dass der Weg sicher ist.

An unseren Kindern lerne ich das immer wieder. Wenn die etwas Neues ausprobieren möchten, fragen sie (manchmal) ob ich das auch schon mal gemacht habe. Wenn ja, dann gehen sie sofort drauflos. Wenn nicht, lassen sie es meistens sein, selbst wenn ich ihnen Mut mache, voran zu gehen.
Sie “springen”, weil ich gesprungen bin.
Aber sie springen nicht, nur weil ich ihnen sage, dass nichts passieren wird, oder ich darauf warte, dass sie es tun.

Jesus ist der Erste in Allem. So das Neue Testament. Er hat alles vorgemacht. Das Leben und den Tod und das Leben danach.
Weil das so ist, darum kann ich das auch und gehe ihm hinterher und folge seinen Fußspuren.

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Christsein, alles, nichts, oder

Ich kann mich nicht erinnern

23. August 2010

Mit dem Thema “Schuld und Sünde” ist in vielen Kirchen viel Unheil angerichtet worden. Menschen wurden und werden klein gehalten, indem man die Sünde allgemein, aber auch ihre persönlichen Fehler groß macht(e). Dabei soll es doch anders herum sein, sonst wäre Jesus ja gestorben gestorben. Wie schaut also Gott eigentlich auf unsere Sünde? Wie geht er mit unseren Fehlern und unserer Schuld um?
Wenn wir mit einem biblischen Blick auf unsere Sünde schauen, dann entdecken wir nur vergebene Schuld, vergangene Sünde, vergessene Fehler. Die Erzählung “Vom verlorenen Sohn” aus dem Lukasevangelium, Kapitel 15 zeigt das deutlich: der Vater lässt den Sohn ziehen und nimmt nachher mit allen Ehren und einem großen Fest wieder auf.

Treffend wird es auch in dieser Geschichte erzählt, die ich in einem Buch gefunden habe:

In einer großen Gemeinde lebte eine Frau, die in ihrer Kirche den Ruf hatte, einen besonders heißen Draht nach oben zu haben. Davon hörte auch der Bischof. Er besuchte sie und sagte: „Liebe Frau, stimmt es, dass Sie mit Gott reden können, so richtig, meine ich?“
„Ja“, erwiderte die Frau schlicht und ergreifend. „Nun“, sagte der Bischof, „ wenn Sie das nächste Mal beten, könnten Sie da Jesus mal fragen, welchen Sünden ich bei meiner letzten Beichte bekannt habe?“
Die Frau war schockiert. „Wenn ich Sie recht verstehe, Bischof, soll ich Jesus nach den Sünden ihrer Vergangenheit befragen!?“
„Genau“, sagte der Bischof, der so herausbekommen wollte, ob die Gerüchte über diese Frau stimmte.
Zehn Tage später rief die Frau den Bischof an und lud ihn zu sich ein. Er kam sofort und fragte: „Nun, was hat Jesus gesagt?“ Die Frau antwortete: „Ich habe Jesus nach den Sünden gefragt, die Sie bei der letzten Beichte genannt haben, so wie Sie es wollten.“ Lauernd schaute der Bischof Sie an: „Und, was hat er gesagt?“
Sie nahm seine Hand, blickte ihm gerade in die Augen und sagte: „Bischof, er hat genau Folgendes gesagt: Ich kann mich nicht erinnern!“
(aus: “Stille”, S. 116)

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Christsein

Die Rettungsstation

17. August 2010

An einer gefährlichen Küste befand sich vor Zeiten eine kleine armselige
Rettungsstation. Die Küste war schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden.
Deshalb hatte sich eine Handvoll Freiwilliger hier eine kleine Hütte gebaut, um denrettungsstation
Wachdienst zu versehen. Zu dieser Rettungsstation gehörte nur ein einziges Boot.
Mit diesem wagte sich die kleine mutige Mannschaft immer wieder, bei Tag und bei
Nacht, auf das Meer hinaus, um die Schiffbrüchigen zu retten.

Es dauerte nicht lange, daß dieser kleine Stützpunkt bald überall bekannt wurde.
Viele der Erretteten und auch andere Leute aus der Umgebung waren gern bereit,
die armselige Station mit Geld zu unterstützen. Die Zahl der Gönner wuchs. So
konnte man sich neue Boote kaufen und neue Mannschaften schulen.

Mit der Zeit gefiel den Gönnern die kleine ärmliche Hütte nicht mehr. Die Geretteten,
sagte man, benötigten doch einen etwas komfortableren Ort als erste Zufluchtsstätte.
Deshalb beschloß man, die provisorischen Lagerstätten durch richtige Betten zu
ersetzen. Man erweiterte das Gebäude und stattete alle Räume mit schöneren
Möbeln aus. Auf diese Weise wurde die Rettungsstation allmählich zu einem
beliebten Aufenthaltsort. Die Station diente den Männern als Clubhaus, in dem man
gesellig beieinander sein konnte.

Gleichzeitig geschah aber auch etwas sehr Verständliches: immer weniger Freiwillige
waren bereit, mit auf Bergungsfahrt zu gehen. Was tat man? Man heuerte für die
Rettungsboote eine eigene Besatzung an. Immerhin schmückte das Wappen des
Seenotdienstes noch überall die Räume, und von der Decke des Zimmers, in dem
gewöhnlich der Einstand eines neuen Clubmitgliedes gefeiert wurde, hing das Modell
eines großen Rettungsbootes.

Und nun passierte folgendes: Vor der Küste scheiterte ein großes Schiff, und die
angeheuerten Seeleute kehrten mit ganzen Bootsladungen Frierender und
Halbertrunkener zurück. Unter ihnen befanden sich Schwarze und Orientalen. In dem
schönen Clubhaus entstand Chaos. Das Verwaltungskomitee ließ deshalb gleich
danach Duschkabinen im Freien errichten, damit man die Schiffbrüchigen vor
Betreten des Clubhauses gründlich säubern könne.

Bei der nächsten Versammlung gab es eine Auseinandersetzung unter den
Mitgliedern. Die meisten wollten den Rettungsdienst einstellen, weil er unangenehm
und dem normalen Clubbetrieb hinderlich sei. Einige jedoch vertraten den
Standpunkt, daß Lebensrettung die vorrangige Aufgabe sei und dass man sich auch
noch als “Lebensrettungsstation” bezeichne. Sie wurden schnell überstimmt. Man
sagte ihnen: Sie könnten ja auch woanders ihre eigene Rettungsstation aufmachen,
wenn ihnen das Leben all dieser angetriebenen schiffbrüchigen Typen so wichtig sei.
Das taten sie dann auch. Sie fingen ganz von vorne an mit einer kleinen
erbärmlichen Hütte. Ihr guter Ruf aber verbreitete sich sehr schnell. Es gab neue
Gönner, und es entstand ein neues Clubhaus – usw.. usw. Die neue Station wandelte
sich genauso wie die erste. Und so kam es dann schließlich zur Gründung einer
dritten Rettungsstation. Doch auch hier wiederholte sich die alte Geschichte. Zuerst
gab es wieder nur eine kleine erbärmliche Hütte. Aber der gute Ruf verbreitete sich
schnell; es gab Gönner; es wurde ein Clubhaus ausgebaut etc etc.
Wenn man heute diese Küste besucht, findet man längs der Uferstraße eine
beträchtliche Reihe exclusiver Clubs. Immer noch wird die Küste vielen Schiffen zum
Verhängnis; nur – die meisten der Schiffbrüchigen ertrinken!

Die Anwendung dieser – erfundenen – Geschichte ist sehr naheliegend:
Sind unsere Gemeinden Clubhäuser für geistliche Eliten und “Besser-Christen” oder „Rettungsstationen“ für alle Menschen?

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Christsein, Kirche

Das Wesentliche

16. August 2010

Im Notwendigen Einheit,
im Zweifelhaften Freiheit,
in allem Liebe.

(In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas. )

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Donnerwetter

Dogmatisch richtig?

14. August 2010

Viele Kirchen und Gemeinden setzen viel Kraft und Energie hinein, ihr Dogma (Lehrsatz) oder ihre Doktrin (Glaubensinhalte) öffentlich zu machen und zu verteidigen. Sie sind eben liberal, lutherisch, evangelikal, reformiert, charismatisch oder freikirchlich usw…. Das “richtige” Dogma zu lehren unterscheidet sie schließlich auch von den anderen Kirchen/Gemeinden, stärkt inneren Zusammenhalt wie auch die Anteile auf dem Markt der unendlichen Möglichkeiten. Wobei meistens vergessen wird, dass nach innen ein System der Kontrolle und nach außen ein Hang zur Abgrenzung entsteht.

Ich frage mich, ob Jesus mit seinem berühmten Satz “Folge mir nach” nicht etwas ganz anderes meinte als ein Dogma zu vertreten.
Ging es ihm nicht um Liebe in Aktion?
Statt das “richtige” zu denken, zu sagen und zu tun und alle anderen und alles andere zu be- und verurteilen, die etwas anderes denken, sagen und tun, sollten wir uns vielleicht mehr darauf konzentrieren, seine bedingungslose Liebe zu leben, so gut wie wir es eben können.
Das würde ganz sicher und ganz natürlich für mehr “Marktanteile” sorgen, wenn es denn überhaupt darum gehen sollte.
Oder?

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Kirche

getrennte Seiten…

12. August 2010

aber nicht getrennte Wege gehen nun meine Beratungswebseiten “Boje17″ und mein Blog “Natürlich glauben”.
Boje17 ist nun unter der Adresse: www.boje17.de
allein zu finden.
Herzlich willkommen!

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alles, nichts, oder

Keiner werfe den ersten Stein

11. August 2010

Im Iran soll eine Frau wegen angeblichen Ehebruchs hingerichtet werden. Es droht ihr die Steinigung.
Auch in der Bibel finden wir einen Abschnitt, der sich mit der Steinigung befasst. Jesus spielt darin eine entscheidende Rolle.
Auszug aus dem Johannesevangelium, Kapitel 8:
“1 Jesus aber ging zum Ölberg. 2 Am nächsten Morgen kehrte er sehr früh zum Tempel zurück. Alle Leute dort versammelten sich um ihn. Er setzte sich und sprach zu ihnen über den Willen Gottes. 3 Da führten die Gesetzeslehrer und Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte 4 und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde ertappt, als sie gerade Ehebruch beging. 5 Im Gesetz schreibt Mose uns vor, dass eine solche Frau gesteinigt werden muss. Was sagst du dazu?«1 6 Mit dieser Frage wollten sie ihm eine Falle stellen, um ihn anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« 8 Dann bückte er sich wieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie das hörten, zog sich einer nach dem andern zurück; die Älteren gingen zuerst. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch dort stand. 10 Er richtete sich wieder auf und fragte sie: »Frau, wo sind sie geblieben? Ist keiner mehr da, um dich zu verurteilen?« 11 »Keiner, Herr«, antwortete sie. Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!« “
(Gute Nachricht Bibel)

Interessant: in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5-7) verschärft Jesus die Gesetze bis zum äußersten: Liebe deine Feinde. Wer eine fremde Frau auch nur begehrend ansieht, hat mit ihr die Ehe gebrochen….
Hier aber lässt er Gnade walten. Die Frau darf nach Hause gehen. Mehr als eine Ermahnung, es nicht wieder zu tun, bekommt sie nicht mit auf den Weg. Was ist los mit Jesus?
Er wäre der einzige gewesen, der einen Stein hätte werfen können, denn Jesus gilt als sündlos. Stattdessen aber schenkt er der Frau die Freiheit.
Damit zerstört Jesus den Terror der Lynchjustiz, die jeden Beteiligten zum Mitschuldigen und Mörder macht. Er zerstört damit das gesellschaftliche System der Willkür, Unterdrückung und Beobachtung einiger “Rechtgläubiger” über die vielen “normalen” Menschen.
Seine Gnade macht den Weg frei zur echten Umkehr. Zur Umkehr der Frau und der anwesenden Männer (der Gesellschaft). Umkehr in ein besseres, freieres, liebevolleres Leben. Umkehr zu einer Welt der Gnade, des Respektes gegenüber jeden und des Friedens.

Seid Jesus dürfen auch wir Lichtzeichen dieser neuen Welt sein.

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Christsein, Lifestyle

Ich bin ich

8. August 2010

Ein gutes Sprichwort:
Wir sind nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere uns haben wollen.

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Donnerwetter

Werkzeug deines Friedens

4. August 2010

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franz von Assisi (1226)

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Donnerwetter

So, wie du bist

4. August 2010

Wieviel Frieden und Freiheit wird uns geschenkt. Wunderbar!

Lies im Römerbrief, Kapitel 14: “Nehmt auch den ohne Vorbehalte an, dessen Glaube noch schwach ist. … Denn Gott hat den einen wie den anderen in seine Gemeinschaft aufgenommen. … Mit welchem Recht verurteilst du also einen anderen Christen? Und warum schaust du auf ihn herab, nur weil er sich anders verhält?…”

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Christsein